Deutsche Tageszeitung - Umfrage: Wirtschaftsverbände setzen große Hoffnungen ins Jahr 2022

Umfrage: Wirtschaftsverbände setzen große Hoffnungen ins Jahr 2022


Umfrage: Wirtschaftsverbände setzen große Hoffnungen ins Jahr 2022
Umfrage: Wirtschaftsverbände setzen große Hoffnungen ins Jahr 2022 / Foto: ©

Nach zwei enorm herausfordernden Jahren in der Corona-Pandemie schauen nach Angaben des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) die "allermeisten Verbände" optimistisch auf 2022. Trotz der erneuten Infektionswelle und Produktionsstörungen infolge fehlender Vorprodukte berichteten derzeit nur sechs von insgesamt 48 befragten Verbänden von einer schlechteren Geschäftslage in ihrer Branche, teilte das IW am Montag mit. Vor allem der Blick auf 2022 sei "sehr zuversichtlich".

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In keinem der befragten Wirtschaftsverbände wird demnach ein Produktionsrückgang für die eigene Branche erwartet. 39 Verbände rechnen hingegen mit einer höheren Produktion und neun Branchen bleiben im Jahr 2022 nach Einschätzung der entsprechenden Verbände voraussichtlich auf dem Vorjahresniveau. "Das stellt ein außerordentlich optimistisches Erwartungsumfeld für die deutsche Konjunktur dar", erklärte das IW. 24 Verbände gehen von höheren Investitionen in ihren jeweiligen Wirtschaftszweigen aus, 21 erwarten zudem einen Beschäftigungsaufbau und nur acht Verbände einen Abbau von Arbeitsplätzen.

Weniger Optimismus herrscht allerdings in den Branchen, die immer noch stark unter den Folgen der Pandemie leiden. Laut IW, das die 48 Verbände von Mitte November bis Anfang Dezember befragte, fehlen in der Gummi- und Papierverarbeitung sowie der Glas- und Lederindustrie nach wie vor wichtige Rohstoffe und Materialien. Zudem berichte die Messewirtschaft von einer Verschlechterung im Vergleich zu 2020. Für sie sei noch immer nicht absehbar, wann sich die Lage wieder normalisiere.

Deutlich besser ergehe es dafür Handelsunternehmen und Speditionen, aber auch der Stahl- und Chemieindustrie sowie dem Metall- und Maschinenbau und der Bauwirtschaft. Letztere dürfte auch durch die Ankündigung der Ampel-Regierung, künftig jährlich 400.000 neue Wohnungen bauen zu wollen, "auf sehr gute Geschäftsaussichten blicken", erklärte das IW. Gleichzeitig fehlten hier "nach wie vor tausende Fachkräfte".

Neue Jobs planen der Umfrage zufolge vor allem Industrieunternehmen: Die Pharmabranche rechnet mit mehr Beschäftigung, ebenso erwarten dies die Metall- und Elektroindustrie sowie Speditionen und Unternehmen aus der Informations- und Werbebranche. "Im Bergbau dürften dagegen künftig Jobs wegfallen", führte das IW weiter aus. Auch der Finanzsektor plant demnach mit weniger Beschäftigten, da die Branche unter einem "flächendeckenden Strukturwandel, geringen Margen und dem zunehmendem Online-Banking" leide.

(O.Tatarinov--DTZ)

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