Deutsche Tageszeitung - Umfrage: Mehr als 60 Prozent würden für Tierwohl mehr Geld für Fleisch bezahlen

Umfrage: Mehr als 60 Prozent würden für Tierwohl mehr Geld für Fleisch bezahlen


Umfrage: Mehr als 60 Prozent würden für Tierwohl mehr Geld für Fleisch bezahlen
Umfrage: Mehr als 60 Prozent würden für Tierwohl mehr Geld für Fleisch bezahlen / Foto: ©

Eine deutliche Mehrheit der Bundesbürgerinnen und Bundesbürger ist laut einer Umfrage dazu bereit, höhere Preise für Fleisch zu bezahlen, wenn sich dadurch die Haltungsbedingungen der Tiere verbessern. 61 Prozent der Befragten unterstützen einen gesetzlichen Tierwohlaufschlag, wie die Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag der "Augsburger Allgemeinen" (Mittwochsausgabe) ergab. Dagegen lehnen 32 Prozent einen verpflichtenden Preisaufschlag ab.

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Die restlichen sieben Prozent antworteten unentschlossen auf die Frage, ob sie zur Zahlung eines Preisaufschlags bereit wären, sollte es "einen gesetzlichen Tierwohl-Aufschlag für alle Fleischarten geben". Befragt wurden Ende Dezember und Anfang Januar insgesamt 5012 Menschen. Die statistische Fehlertoleranz wurde mit 2,5 Prozentpunkten angegeben.

Auch Bauernpräsident Joachim Rukwied sprach sich für höhere Preise für Fleisch und andere Lebensmittel aus. "Für uns Bauern ist entscheidend, dass mehr Geld auf unseren Höfen ankommt", sagte er der "Augsburger Allgemeinen". "Hier müssen alle in der Kette ihren Teil dazu beitragen bis hin zum Verbraucher", sagte Rukwied.

Zugleich stellte er sich hinter die jüngste Kritik von Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir (Grüne) an "Ramschpreisen" im deutschen Lebensmittelhandel. "Unsere hochwertigen Lebensmittel haben einen höheren Preis verdient", sagte Rukwied. "Das heißt klar: Fleisch muss teurer werden", fügte der Präsident des Deutschen Bauernverbandes hinzu.

Landwirtschaftsminister Özdemir hatte Ende Dezember in der "Bild am Sonntag" gesagt, es dürfe "keine Ramschpreise für Lebensmittel mehr geben, sie treiben Bauernhöfe in den Ruin, verhindern mehr Tierwohl, befördern das Artensterben und belasten das Klima". Lebensmittel dürften zwar kein Luxusgut werden, doch der Preis müsse "die ökologische Wahrheit stärker ausdrücken". Özdemirs Vorstoß war auf Zuspruch unter anderem vom Deutschen Tierschutzbund gestoßen, hatte zugleich aber auch zu Forderungen nach einem sozialen Ausgleich etwa mit Blick auf Sozialhilfeempfänger geführt.

(O.Tatarinov--DTZ)

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