Deutsche Tageszeitung - Coronabedingt deutlicher Rückgang bei Arbeitsunfällen im Jahr 2020

Coronabedingt deutlicher Rückgang bei Arbeitsunfällen im Jahr 2020


Coronabedingt deutlicher Rückgang bei Arbeitsunfällen im Jahr 2020
Coronabedingt deutlicher Rückgang bei Arbeitsunfällen im Jahr 2020 / Foto: ©

Die Anzahl der Arbeits- und Wegeunfälle ist im Corona-Jahr 2020 deutlich zurückgegangen. Dies geht aus dem Bericht über den Stand von Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit und über das Unfall- und Berufskrankheitsgeschehen für das Jahr 2020 hervor, den das Bundeskabinett am Mittwoch beschloss. Die durch Kurzarbeit reduzierte Zeit am Arbeitsplatz und auf dem Arbeitsweg spiegelte sich demnach auch deutlich in den Unfallzahlen wider.

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Im Vergleich zu 2019 ereigneten sich demnach 12,3 Prozent weniger meldepflichtige Arbeitsunfälle, die Wegeunfälle nahmen sogar um 18 Prozent ab. Pro 1000 Erwerbstätigen kam es somit zu 19,4 Arbeitsunfällen. Auch die Anzahl der tödlichen Arbeits- und Wegeunfälle ging im Vorjahresvergleich um etwa ein Fünftel zurück.

Für Beschäftigte, die aufgrund ihres Berufs einer erhöhten Infektionsgefahr ausgesetzt sind, ist auch die Anerkennung einer Covid-Erkrankung als Berufskrankheit möglich. Die gemeldeten Verdachtsfälle einer Berufskrankheit stiegen entsprechend um knapp 31 Prozent auf rund 111.000 an. Die Zahl der anerkannten Berufskrankheiten stieg 2020 im Vorjahresvergleich um rund 94 Prozent auf knapp 40.000. Noch präziser lässt sich die Pandemielage an den Zahlen zu Infektionskrankheiten erkennen: Diese lagen mit knapp 33.600 Anzeigen und knapp 19.000 Anerkennungen um ein Vielfaches über dem Vorjahreswert.

Bei den Todesfällen in Folge einer Berufskrankheit verzeichnete der Bericht einen Rückgang um 188 auf 2393 Fälle. Ein Großteil der tödlich verlaufenden Berufskrankheiten (64,6 Prozent) war demnach auf asbesthaltige Stäube zurückzuführen.

Auch bei den meldepflichtigen Schulunfällen machte sich die Pandemie bemerkbar: Aufgrund der Schulschließungen sanken die Zahlen im Vorjahresvergleich um 41,3 Prozent auf rund 691.000. Auch die Zahl der Schulwegunfälle sank im gleichen Zeitraum um 34 Prozent auf insgesamt rund 71.700.

Die durchschnittliche Dauer einer Arbeitsunfähigkeit verlängerte sich deutlich: Lag der Durchschnitt 2019 noch bei zwölf Tagen, stieg die durchschnittliche Dauer 2020 auf 13,8 Tage an. Die volkswirtschaftlichen Folgen blieben dennoch in etwa gleich: Demnach entstanden rund 87 Milliarden Euro Schaden durch Produktionsausfall und weitere 144 Milliarden Euro Ausfall an Bruttowertschöpfung.

(W.Uljanov--DTZ)

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