Deutsche Tageszeitung - Personalmangel bei den Pflegekräften in Krankenhäusern verschärft

Personalmangel bei den Pflegekräften in Krankenhäusern verschärft


Personalmangel bei den Pflegekräften in Krankenhäusern verschärft
Personalmangel bei den Pflegekräften in Krankenhäusern verschärft / Foto: ©

Der Personalmangel bei den Pflegefachkräften in den Krankenhäusern hat sich im vergangenen Jahr weiter zugespitzt. Auf den Normalstationen seien sechs Prozent der Stellen und auf den Intensivstationen zwölf Prozent der Stellen unbesetzt geblieben, sagte der Vorsitzende der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Gerald Gaß, den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND, Montagsausgaben). "Das ist gerade in Zeiten andauernd hoher Belastung eine sehr schwierige Situation", erklärte Gaß.

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"Wir haben praktisch keine Reserven, um Personalausfälle zu kompensieren", sagte der DKG-Chef dem RND. Deshalb habe während der Pandemie ein Teil der Intensivkapazitäten zeitweise oder dauerhaft auch abgemeldet werden müssen.

Im vergangenen Jahr konnten demnach 8000 Arbeitsplätze auf den Intensivstationen und damit jede achte Fachstelle nicht besetzt werden. Bis eine neue Intensivfachkraft eine offene Stelle besetzt habe, seien im Durchschnitt 21 Wochen vergangen. Vor fünf Jahren hätten die Kliniken lediglich 3100 zusätzliche Stellen ausgeschrieben.

Auf den Normalstationen seien 2021 bundesweit rund 14.000 Stellen für examinierte Pflegefachkräfte in den Kliniken unbesetzt geblieben. Vor fünf Jahren waren es Gaß zufolge nur 3900 unbesetzte Stellen. Bis eine Fachkraft eingestellt wurde, habe es 2021 durchschnittlich 17 Wochen gedauert

Der Personalmangel habe sich aus verschiedenen Gründen verschärft: Die geburtenstarken Jahrgänge gingen in den Ruhe- oder Vorruhestand, erklärte Gaß dem RND. Außerdem blieben viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter länger in der Elternzeit und anschließend länger in Teilzeit. Während es auf dem Land vor allem an Ärztinnen und Ärzten mangele, zögen Pflegefachkräfte wegen hoher Mieten eher aus den Städten aufs Land.

Die Pflegekräfte kündigten ihre Jobs auch wegen Arbeitsüberlastung, was wiederum zu einer höheren Belastung für die anderen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter führe.

(A.Stefanowych--DTZ)

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