Deutsche Tageszeitung - Einigung im Tarifkonflikt um Umbau der zivilen Flugzeugfertigung bei Airbus

Einigung im Tarifkonflikt um Umbau der zivilen Flugzeugfertigung bei Airbus


Einigung im Tarifkonflikt um Umbau der zivilen Flugzeugfertigung bei Airbus
Einigung im Tarifkonflikt um Umbau der zivilen Flugzeugfertigung bei Airbus / Foto: ©

Im Tarifkonflikt um den Umbau der zivilen Flugzeugfertigung im Airbus-Konzern haben sich Geschäftsführung und Gewerkschaften nach langem Streit geeinigt. Wie die IG Metall und Airbus am Dienstag in Hamburg mitteilten, wurde parallel zur geplanten Ausgliederung der betroffenen deutschen Werke in eine neue Konzerntochter eine Beschäftigungsgarantie vereinbart. Bis 2030 sind betriebsbedingte Kündigungen ausgeschlossen, ebenso der Abzug zentraler Produktionskompetenzen.

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Damit ist der Weg für die von Airbus angestrebte Bündelung der über verschiedene Standorte und Unternehmensteile verteilten Fertigung großer Flugzeugteile in einem neuen Tochterunternehmen zum 1. Juli 2022 frei. Betroffen sind konzerneigene Werke sowie Standorte des Airbus-Zulieferunternehmens Premium Aerotec in Hamburg, Bremen, Nordenham, Stade, Varel und Augsburg. Strittig war unter anderem auch ein Verkauf der Werke in Varel und Augsburg an einen Investor.

In dieser Frage einigten sich Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite nach rund 18-stündigen Verhandlungen in der Nacht auf Dienstag nun auf eine einvernehmliche gemeinsame Entscheidung. Demnach liegt für die Standorte ein konkretes Übernahmeangebot der mittelständischen Muhr und Bender KG vor, über das bis Ende März verhandelt werden soll. Scheitert ein Verkauf, werden die Standorte im Airbus-Konzern neu aufgestellt und bis 2025 ebenfalls in die neue Tochter integriert.

IG Metall-Bezirksleiter Daniel Friedrich lobte das Ergebnis der langwierigen Verhandlungen bei der Vorstellung in Hamburg als "fairen Kompromiss" und "Win-Win-Situation" für alle Beteiligten. Airbus-Gesamtbetriebsratschef Holger Junge betonte, damit seien entscheidende "Zukunftsperspektiven" für betroffene Standorte geklärt. Der Airbus-Personalchef für Deutschland, Lars Immisch, sprach von einem "guten Ergebnis". Es stärke den Konzern, den Standort Deutschland und schaffe Perspektiven für Beschäftigte.

Die Pläne zum Umbau der zivilen Flugzeugkomponentenfertigung und die damit einhergehende mögliche Abspaltung bestimmter Standorte hatten in der Airbus-Belegschaft für große Unruhe gesorgt. Die Gewerkschaften und der Betriebsrat hatten vor einer "sinnlosen Spaltung" gewarnt, Garantien für die betroffenen Werke gefordert und zu Warnstreiks aufgerufen. Von den Neuorganisation betroffen sind nach früheren Angaben etwa 13.000 Beschäftigte in dem Bereich.

Airbus erhofft sich von der Bündelung der Einzelteilfertigung in einer eigenen Konzerntochter nach eigenen Angaben einen bessere Fokussierung und Steuerung der entsprechenden Aktivitäten. Dem Bereich komme eine zentrale Rolle bei der in den kommenden Jahren geplanten starken Steigerung der Produktionszahlen und dem Bau emissonsfreier neuer Flugzeuggenerationen zu, erklärte der Konzern.

Die geplante Neuorganisation der Bauteilefertigung stärke zugleich den Standort Deutschland innerhalb des Airbuskonzerns "für die kommenden Jahrzehnte", teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Der Flugzeugbauer ist ein europäisches Gemeinschaftsunternehmen mit Standorten unter anderem auch in Frankreich. Im Flugzeugbau ist die Komponentenfertigung üblich. Teile von Rumpf, Flügeln, Leitwerken und andere Bauteile werden an verschiedenen Standorten produziert und später in gesonderten Montagewerken endgültig zusammengesetzt.

(A.Stefanowych--DTZ)

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