Deutsche Tageszeitung - HDE fordert Investitionsprogramm für Einzelhandel für Neustart nach Corona-Krise

HDE fordert Investitionsprogramm für Einzelhandel für Neustart nach Corona-Krise


HDE fordert Investitionsprogramm für Einzelhandel für Neustart nach Corona-Krise
HDE fordert Investitionsprogramm für Einzelhandel für Neustart nach Corona-Krise / Foto: ©

Nach dem Wegfall der Beschränkungen im Einzelhandel fordert die Branche ein Investitionsprogramm für einen "kraftvollen Neustart" nach der Corona-Krise. Nötig seien gezielte Fördermaßnahmen etwa zur Digitalisierung aber auch zum Klimaschutz, erklärte der Handelsverband Deutschland (HDE) am Freitag. Mit einem Ansturm auf die Läden rechnet der Verband trotz des Wegfalls der 2G-Regel nicht.

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"Viele Einzelhändler haben in der Corona-Krise ihre finanziellen Rücklagen aufgebraucht, um trotz Lockdowns und Zugangsbeschränkungen irgendwie über die Runden zu kommen", erklärte HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. Nun seien viele Firmen nicht mehr in der Lage, in ihre Zukunft zu investieren. Er appellierte an die Politik: Mit den richtigen Fördermaßnahmen bestehe die Chance, "mit Schwung aus der Krise zu kommen".

Ein Schwerpunkt müsse die Digitalisierung sein, hier sei ein Fonds von 100 Millionen Euro nötig, um entsprechende Investitionen zu unterstützen. Genth regte zur Rettung der Innenstädte zudem ein Sonderprogramm mit jährlich 500 Millionen Euro über fünf Jahre an. Nicht zuletzt sei Unterstützung beim Klimaschutz nötig. "Es ist höchste Zeit, die EEG-Umlage abzuschaffen, die ungerechten und hochkomplizierten Vorgaben bremsen den Ausbau erneuerbarer Energien im Einzelhandel", erklärte Genth.

Durch Modernisierungen wie bessere Schaufenster, optimierte Beleuchtung oder Photovoltaik auf Ladendächern könne viel Energie eingespart werden, sagte Genth der Funke Mediengruppe. Denkbar sei etwa ein Sonderabschreibungsprogramm für den Handel in den Innenstädten, das Investitionen fördere.

Wie der Einzelhandel die Folgen der Corona-Krise wegstecken könne, "entscheidet sich in den kommenden Wochen und Monaten", betonte der HDE. Die Bundesregierung habe es letztlich mit den notwendigen Investitionen in der Hand, die Transformation der Wirtschaft "in eine positive Richtung zu drehen".

Die Bund-Länder-Runde zu den Corona-Maßnahmen hatte am Mittwoch beschlossen, dass dort, wo es nicht ohnehin bereits geschehen ist, im Einzelhandel die Zugangsbeschränkungen für alle Kunden entfallen sollen. Allerdings gilt weiterhin die Pflicht zum Tragen einer Maske.

Genth sagte den Funke Zeitungen dazu, er gehe zwar davon aus, dass sich die Lage nun normalisiere und "wieder mehr Menschen zum Einkaufen in die Innenstädte kommen". Kauflust und Geld seien vorhanden. "Doch einen Ansturm erwarten wir nicht."

Der HDE-Hauptgeschäftsführer hofft zudem, dass es auch künftig keine 2G-Auflagen mehr für den Handel geben wird. "Unwirksame Maßnahmen wie 2G-Regeln im Handel sollten für immer aus dem Sanitätskasten gestrichen werden", sagte er. Der Plan, damit Ungeimpfte zum Impfen zu bringen, sei nicht aufgegangen. "Der hohe wirtschaftliche Schaden im Handel steht keinem gesundheitlichen Nutzen gegenüber."

(A.Stefanowych--DTZ)

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