Deutsche Tageszeitung - Wirtschaft fürchtet Belastung durch Sanktionspolitik - und sagt Unterstützung zu

Wirtschaft fürchtet Belastung durch Sanktionspolitik - und sagt Unterstützung zu


Wirtschaft fürchtet Belastung durch Sanktionspolitik - und sagt Unterstützung zu
Wirtschaft fürchtet Belastung durch Sanktionspolitik - und sagt Unterstützung zu / Foto: ©

Vertreter von Unternehmen und Verbänden haben der Bundesregierung Unterstützung für die harte Sanktionspolitik gegen Russland zugesagt - trotz befürchteter Belastungen für die deutsche Wirtschaft. Der Ausschluss einiger russischer Banken aus dem Zahlungssystem Swift werde "natürlich auch spürbare Rückwirkungen auf uns hier in Deutschland haben, sagte etwa der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK), Peter Adrian, am Sonntag den Funke-Zeitungen.

Textgröße ändern:

In Russland werde die Sanktion eine "sehr starke und schnelle Wirkung" entfalten, wenn wie bisher geplant das russische Finanzsystem einschließlich der Notenbank isoliert werde, sagte der DIHK-Präsident. Er mahnte zugleich, "auch die Folgen für unsere Energieversorgung genau im Blick" zu behalten.

Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger sagte "wirtschaftlichen und sozialen Herausforderungen" durch die Sanktionspolitik voraus. "Freiheit und Demokratie gibt es aber nicht zum Nulltarif", erklärte er. "Wir unterstützen die Bundesregierung in ihrer Entschlossenheit, dieser Aggression gegenüberzutreten." Den Plan der Bundesregierung, 100 Milliarden Euro für die Bundeswehr zur Verfügung zu stellen, begrüßte Dulger als "wichtiges Signal für unsere Sicherheit".

Auch Bundesbank-Präsident Joachim Nagel unterstützte die Maßnahmen gegen Russland. "Ich begrüße, dass nunmehr umfassende Finanzsanktionen verhängt sind", sagte der Ökonom der "Welt". Er selbst habe sich dafür eingesetzt und die Bundesregierung dahingehend beraten, schärferen Maßnahmen zuzustimmen. Zu möglichen Folgen der Maßnahmen auch für Deutschland sagte Nagel, er unterstütze "vollumfänglich" die Politik der Bundesrepublik und ihrer westlichen Partner.

Der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie, Siegfried Russwurm, bezeichnete den Ausschluss einiger russischer Banken vom Zahlungsverkehrssystem Swift als "klug und angemessen". Die Politik müsse grundsätzlich alle Sanktionsoptionen in Betracht ziehen, sagte Russwurm dem "Handelsblatt". "Selbst wenn es am Ende so sein sollte, dass Putin sich nicht von den Sanktionen beeindrucken lässt, ist es keine Option, nichts zu tun."

Der Chef des Münchener Ifo-Instituts, Clemens Fuest, begrüßte die geplante Erhöhung der Verteidigungsausgaben. "Der Krieg in der Ukraine kann Überschreitungen der Schuldenbremse rechtfertigen", erklärte er. "Allerdings dürften die zusätzlichen Ausgaben mittelfristig nicht komplett durch Schulden finanziert werden." Beim Ersetzen eventuell entfallender Energieimporte aus Russland sollte neben dem Ausbau von Infrastrukturen für Flüssiggas eine Verschiebung des Atom- und Kohleausstiegs geprüft werden, forderte Fuest darüber hinaus.

(W.Uljanov--DTZ)

Empfohlen

Tourismus: Neuer Rekord bei Übernachtungen in deutschen Betrieben

Beherbergungsbetriebe in Deutschland haben in den ersten acht Monaten des Jahres so viele Übernachtungen von Gästen verbucht wie nie. In Summe waren es von Januar bis August 340,8 Millionen Übernachtungen, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Freitag mitteilte. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht dies einem Anstieg um 0,5 Prozent. Den bisherigen Rekordwert von 2024 überstieg der Wert um 0,4 Prozent.

Bundestag gibt grünes Licht für neue Bahnstrecke Hamburg-Hannover

Der Bundestag hat grünes Licht für den Neu- und Ausbau der Bahnstrecke zwischen Hamburg und Hannover gegeben. Der Bundestag stimmte am Mittwochabend für eine entsprechende Beschlussempfehlung. Dieser Schritt ist die Voraussetzung dafür, dass die Deutsche Bahn das Projekt weiter planen kann.

Prien: Frühkindliche Bildung entscheidend für Schulerfolg - Gesetz im Bundestag

Bundesbildungsministerin Karin Prien (CDU) hat die hohe Bedeutung der frühkindlichen Bildung für einen späteren Erfolg in der Schule betont. Dass die Leistungen der Schülerinnen und Schüler immer weiter absinken und immer weniger Kinder die Mindeststandards erreichen, "hat eben seinen Grund in den frühkindlichen Jahren", sagte sie am Freitagmorgen im Bayerischen Rundfunk. "Da sind Familien gefordert, aber eben vor allem auch die Kita."

Ethikbehörde: Trump-Trust investiert massiv in Meta und SpaceX

US-Präsident Donald Trump und seine Familie haben massiv in die Technologiekonzerne Meta und SpaceX investiert. Der Treuhandfonds, der Trumps Vermögenswerte verwaltet, habe im August Aktien der Instagram-Mutter Meta im Wert von bis zu 25 Millionen Dollar (gut 22 Millionen Euro) gekauft, teilte die US-Ethikbehörde (Office of Government Ethics, OGE) am Donnerstag mit. Dazu kämen Unternehmensanleihen des Raumfahrtunternehmens Space X im Wert von bis zu fünf Millionen Dollar.

Textgröße ändern: