Deutsche Tageszeitung - Özdemir will verpflichtendes Tierwohl-Siegel im Sommer vorstellen

Özdemir will verpflichtendes Tierwohl-Siegel im Sommer vorstellen


Özdemir will verpflichtendes Tierwohl-Siegel im Sommer vorstellen
Özdemir will verpflichtendes Tierwohl-Siegel im Sommer vorstellen

Landwirtschaftsminister Cem Özdemir (Grüne) will ein verpflichtendes Tierwohl-Siegel rasch auf den Weg bringen. "Wir wollen das Gesetz zur Haltungskennzeichnung noch im Sommer vorstellen", sagte er den Zeitungen der Funke Mediengruppe vom Donnerstag. Die staatliche Kennzeichnung solle dann im kommenden Jahr eingeführt werden - beginnend beim Schweinefleisch. "Schritt für Schritt wird es dann auf die anderen Nutztierarten ausgeweitet", kündigte Özdemir an.

Textgröße ändern:

Der Minister forderte mehr Geld von Finanzminister Christian Lindner (FDP) für das Vorhaben. "Ich habe eine erste Milliarde als Anschubfinanzierung herausgehandelt, um den Umbau der Ställe zu unterstützen. Das reicht aber natürlich hinten und vorne nicht", sagte Özdemir den Funke Zeitungen. "Die Bäuerinnen und Bauern sollen weniger Tiere halten und mehr Platz für sie haben, für diesen Schritt brauchen sie eine wirtschaftliche Perspektive."

Die erwarteten Preissteigerungen beim Fleisch durch bessere Haltungsbedingungen verteidigte der Minister: "Es geht darum, dass die Bauern ein faires Einkommen haben und die Tiere gut gehalten werden. Momentan bekommt der Bauer von einem Euro, den Kundinnen und Kunden für Schweinefleisch ausgeben, gerade einmal 21 Cent."

Auf die Nachfrage, ob er Fleisch auch in der gegenwärtigen Krise für zu billig halte, antwortete Özdemir den Funke Zeitungen: "Das kann man so pauschal nicht sagen. Aber man muss schon sehen, von wo wir kommen. Ein System, das Fleisch zu billigsten Preisen anbietet, verlagert die Kosten auf unsere Umwelt."

(L.Møller--DTZ)

Empfohlen

Wirtschaftsministerium hebt Regierungsprognose 2026 auf 1,3 Prozent an

Das Bundeswirtschaftsministerium hat seine Wachstumsprognose für das laufende Jahr stark nach oben korrigiert. Für 2026 werde nun 1,3 Prozent Wachstum erwartet, wie das Ministerium von Katherina Reiche (CDU) am Donnerstag mitteilte. In der Frühjahrsprojektion war das Ministerium noch von 0,5 Prozent ausgegangen.

AOK: Fehlzeiten wegen psychischer Erkrankungen deutlich gestiegen

Die Fehlzeiten am Arbeitsplatz wegen psychischer Erkrankungen sind nach Angaben der Krankenkasse AOK deutlich gestiegen. Binnen zehn Jahren erhöhten sich die Fehlzeiten um 42 Prozent, wie die AOK am Donnerstag mitteilte. 2016 waren demnach noch 284 Arbeitsunfähigkeitstage je 100 AOK-Mitglieder zu verzeichnen - 2025 dann 403 Tage je 100 Mitglieder.

Deutsche Firmen exportieren im August etwas weniger - Anstieg im Vergleich zum Vorjahr

Die deutschen Exporte haben im August im zweiten Monat in Folge geschwächelt. Die Ausfuhren sanken im Vergleich zum Vormonat leicht um 0,8 Prozent auf 137,6 Milliarden Euro, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Donnerstag mitteilte. Im Vergleich zum August 2025 legten die Ausfuhren damit allerdings um 6,2 Prozent zu. Die Exporte sind ein Grund für das erwartete Wirtschaftswachstum in diesem Jahr - Experten warnten jedoch, dass es sich nicht um einen nachhaltigen Aufschwung handle.

Klage der Bahn gegen Behördenbeschluss zu Italo-Markteinstieg erfolgreich

Die Deutsche Bahn (DB) hat im Ringen um den Markteinstieg des italienischen Konkurrenten Italo einen Erfolg vor Gericht verbucht. Das Verwaltungsgericht Köln stufte am Donnerstag eine Wettbewerbsklausel für Fernverkehrsstrecken mit Kapazitätsobergrenzen per Eilbeschluss als rechtswidrig ein. Auch die Vorgabe, Konkurrenten an Bahnhöfen Platz für Lounges anbieten zu müssen, lehnte das Gericht ab.

Textgröße ändern: