Deutsche Tageszeitung - Umweltschützer in Paddelbooten behindern Einfahrt von Kreuzfahrtschiff in Marseille

Umweltschützer in Paddelbooten behindern Einfahrt von Kreuzfahrtschiff in Marseille


Umweltschützer in Paddelbooten behindern Einfahrt von Kreuzfahrtschiff in Marseille
Umweltschützer in Paddelbooten behindern Einfahrt von Kreuzfahrtschiff in Marseille / Foto: © AFP/Archiv

Umweltschützer in Paddelbooten haben die Einfahrt des weltgrößten Kreuzfahrtschiffes in den Hafen von Marseille zeitweise blockiert. "Die Kreuzfahrtschiffe beeinträchtigen unsere Gesundheit", schrieb die französische Organisation Stop Croisières am Dienstag auf Twitter. Das Schweröl, mit dem die Motoren auf dem Meer und auch am Quai betrieben werden, verschlimmere die Luftverschmutzung und könne Asthma und Krebs verursachen, betonte sie. Einer der Demonstranten kam in Polizeigewahrsam.

Textgröße ändern:

Etwa ein Dutzend Paddelboote hatte sich am Morgen in der Hafeneinfahrt postiert und nach Angaben eines Hafensprechers die Einfahrt der "Wonder of the Seas" um eine Stunde verzögert. Das etwa 360 Meter lange Schiff der US-Reederei Royal Caribbean International wurde dieses Jahr im französischen Saint-Nazaire fertig gestellt. Es umfasst 18 Decks und bietet unter anderem ein Spaßbad mit einer Wasserrutsche, die über zehn Decks geht.

Bereits am Samstag hatten etwa hundert Umweltschützer in Marseille gegen die Luftverschmutzung durch die Kreuzfahrtschiffe protestiert, die vor allem in den höher liegenden, ärmeren Vierteln im Norden der Stadt zu spüren ist. 2018 hatte der Ausstoß von Stickoxiden durch den Schiffsverkehr in Marseille den Ausstoß von Stickoxiden durch den Straßenverkehr überholt.

(A.Stefanowych--DTZ)

Empfohlen

Einsatz von Tränengasgranate: Polizist wegen Gewaltanwendung bei Schülerprotesten angeklagt

Weil er während der Schülerproteste in Frankreich aus nächster Nähe eine Tränengasgranate auf einen 14-Jährigen abgefeuert hat, ist ein Polizist wegen Gewaltanwendung angeklagt worden. Der Beamte sei nach dem Vorfall in Saint-Ouen-l'Aumône nordwestlich von Paris nicht in Untersuchungshaft genommen sondern unter richterliche Aufsicht gestellt worden, teilte ein örtlicher Staatsanwalt am Dienstag mit.

Verfahren gegen russische Kinderhospizleiterin eingestellt

Die russische Justiz hat ein Verfahren gegen die Leiterin eines Kinderhospizes eingestellt, der die Verbreitung von Falschinformationen über die russische Armee vorgeworfen worden war. Die Ermittlungen gegen Lida Moniawa seien "mangels strafrechtlich relevanter Tatbestände" beendet worden, sagte ihr Anwalt Michail Birjukow am Dienstag. Ihre Organisation bestätigte die Einstellung des Verfahrens und erklärte: "Es grenzt an ein Wunder!"

Souveräne KI: Französisches Unternehmen Mistral stellt neues Modell vor

Das auf Künstliche Intelligenz (KI) spezialisierte französische Startup Mistral hat die Einführung eines neuen Modells angekündigt, mit dem das Unternehmen im KI-Wettrennen Boden gutmachen will. Das neue Modell ML4 werde es Nutzern erlauben, die Parameter der KI anzupassen, teilte Mistral am Dienstag mit. Dies soll demnach nicht nur eine bessere Leistung ermöglichen - sondern auch mehr Sicherheit für Kunden, die ihre Daten privat halten wollen.

Internationaler Währungsfonds: Anhaltender Preisschock wegen Kriegen und Krisen

Der Internationale Währungsfonds (IWF) sieht anhaltende Auswirkungen von Kriegen und Krisen weltweit auf das Preisniveau von Lebensmitteln und Energie. Die Preise für lebensnotwendige Güter seien im Vergleich zu anderen Gütern inzwischen seit Jahren deutlich erhöht, erklärte der IWF am Dienstag. Die Menschen seien "mit einer anhaltenden Verschlechterung der Erschwinglichkeit von Gütern des täglichen Bedarfs" konfrontiert.

Textgröße ändern: