Deutsche Tageszeitung - US-Notenbank beginnt Sitzung für weitere Anhebung des Leitzinses

US-Notenbank beginnt Sitzung für weitere Anhebung des Leitzinses


US-Notenbank beginnt Sitzung für weitere Anhebung des Leitzinses
US-Notenbank beginnt Sitzung für weitere Anhebung des Leitzinses / Foto: © AFP/Archiv

Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) hat ihre Beratungen für eine erneute Leitzinserhöhung im Kampf gegen die hohe Inflation begonnen. Der zuständige Offenmarktausschuss der Fed kam am Dienstag in Washington zu einem zweitägigen Treffen zusammen, wie die Notenbank mitteilte. Die am Mittwoch anstehende Leitzins-Entscheidung wird von Anlegern mit großer Spannung erwartet: Zuletzt hatten Befürchtungen vor einer kräftigen Zinsanhebung zu starken Kursverlusten an der Wall Street geführt.

Textgröße ändern:

Die Fed könnte den Leitzins einigen Experten zufolge um 0,75 Prozentpunkte anheben und damit so stark wie seit dem Jahr 1994 nicht mehr. Notenbank-Chef Jerome Powell hat allerdings eher eine weitere Erhöhung um 0,5 Prozentpunkte ins Spiel gebracht.

Im Kampf gegen den starken Anstieg der Verbraucherpreise hatte die Fed in den vergangenen Monaten zwei Mal den Leitzins erhöht: Im März hob die Notenbank den Leitzins um 0,25 Prozentpunkte an und beendete damit ihre wegen der Corona-Pandemie beschlossene Nullzins-Politik. Anfang Mai folgte dann eine Erhöhung um 0,5 Punkte auf das derzeitige Niveau zwischen 0,75 und 1,0 Prozent.

Zuletzt hat sich die Inflation in den USA aber noch verschärft: Sie stieg im Mai auf 8,6 Prozent und damit den höchsten Wert seit mehr als 40 Jahren. Beobachter hatten eigentlich erwartet, dass die Inflationsrate nach 8,5 Prozent um März und 8,3 Prozent im April weiter zurückgeht. Ziel der US-Notenbank ist eine Inflation von etwa zwei Prozent.

Die Fed hatte die Leitzinsen zu Beginn der Corona-Krise im März 2020 zur Stützung der Wirtschaft auf Nullniveau abgesenkt. Im Zuge der wirtschaftlichen Erholung von den Auswirkungen der Pandemie stiegen dann aber die Verbraucherpreise stark an. Weiter angetrieben wurde die Inflation durch den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine.

Von der Inflation sind auch zahlreiche andere Länder betroffen, unter anderem in Europa. Die Europäische Zentralbank (EZB) kündigte vergangene Woche an, am 21. Juli zum ersten Mal seit über zehn Jahren die Leitzinsen anzuheben. Geplant ist eine Erhöhung um 0,25 Prozentpunkte.

(U.Kabuchyn--DTZ)

Empfohlen

Einsatz von Tränengasgranate: Polizist wegen Gewaltanwendung bei Schülerprotesten angeklagt

Weil er während der Schülerproteste in Frankreich aus nächster Nähe eine Tränengasgranate auf einen 14-Jährigen abgefeuert hat, ist ein Polizist wegen Gewaltanwendung angeklagt worden. Der Beamte sei nach dem Vorfall in Saint-Ouen-l'Aumône nordwestlich von Paris nicht in Untersuchungshaft genommen sondern unter richterliche Aufsicht gestellt worden, teilte ein örtlicher Staatsanwalt am Dienstag mit.

Verfahren gegen russische Kinderhospizleiterin eingestellt

Die russische Justiz hat ein Verfahren gegen die Leiterin eines Kinderhospizes eingestellt, der die Verbreitung von Falschinformationen über die russische Armee vorgeworfen worden war. Die Ermittlungen gegen Lida Moniawa seien "mangels strafrechtlich relevanter Tatbestände" beendet worden, sagte ihr Anwalt Michail Birjukow am Dienstag. Ihre Organisation bestätigte die Einstellung des Verfahrens und erklärte: "Es grenzt an ein Wunder!"

Souveräne KI: Französisches Unternehmen Mistral stellt neues Modell vor

Das auf Künstliche Intelligenz (KI) spezialisierte französische Startup Mistral hat die Einführung eines neuen Modells angekündigt, mit dem das Unternehmen im KI-Wettrennen Boden gutmachen will. Das neue Modell ML4 werde es Nutzern erlauben, die Parameter der KI anzupassen, teilte Mistral am Dienstag mit. Dies soll demnach nicht nur eine bessere Leistung ermöglichen - sondern auch mehr Sicherheit für Kunden, die ihre Daten privat halten wollen.

Internationaler Währungsfonds: Anhaltender Preisschock wegen Kriegen und Krisen

Der Internationale Währungsfonds (IWF) sieht anhaltende Auswirkungen von Kriegen und Krisen weltweit auf das Preisniveau von Lebensmitteln und Energie. Die Preise für lebensnotwendige Güter seien im Vergleich zu anderen Gütern inzwischen seit Jahren deutlich erhöht, erklärte der IWF am Dienstag. Die Menschen seien "mit einer anhaltenden Verschlechterung der Erschwinglichkeit von Gütern des täglichen Bedarfs" konfrontiert.

Textgröße ändern: