Deutsche Tageszeitung - Instagram will Alter seiner Nutzer mittels Gesichtserkennung ermitteln

Instagram will Alter seiner Nutzer mittels Gesichtserkennung ermitteln


Instagram will Alter seiner Nutzer mittels Gesichtserkennung ermitteln
Instagram will Alter seiner Nutzer mittels Gesichtserkennung ermitteln / Foto: © AFP

Das Online-Netzwerk Instagram will das Alter seiner Nutzerinnen und Nutzer künftig auch per Gesichtserkennung ermitteln. Die Funktion werde derzeit in den USA getestet, teilte Instagram am Donnerstag mit. Dabei arbeite das Unternehmen mit dem britischen Startup Yoti zusammen; es hat einen Algorithmus zur Erkennung von Gesichtszügen entwickelt.

Textgröße ändern:

Die App fordert Nutzerinnen und Nutzer seit dem vergangenen Jahr auf, das Geburtsdatum anzugeben und verlangt dafür eine Bestätigung - etwa einen Ausweis. Wer die Frage regelmäßig ignoriert, dessen Account wird nach Angaben von Instagram gesperrt. Bestimmte Inhalte sind erst zu sehen, wenn ein Geburtsdatum mindestens über 18 Jahre her ist.

Im Test in den USA können Nutzerinnen und Nutzer sich nun auch filmen und das Video an den Instagram-Mutterkonzern Meta schicken - Yoti schätzt dann das Alter. Das Startup gibt seine Fehlermarge bei 13- bis 19-Jährigen mit 1,5 Jahren an. Fehleranfälliger ist der Algorithmus laut Yoti bei Gesichtern von Frauen und nicht Weißen.

Mindestalter für die Nutzung von Instagram ist 13 Jahre - viele Kinder geben sich aber als sehr viel älter aus. Instagram wird häufig vorgeworfen, zu wenig für den Schutz minderjähriger Nutzer zu tun. Im Herbst 2021 hatte Frances Haugen, eine frühere Angestellte von Facebook - wie der Instagram-Mutterkonzern Meta damals noch hieß - interne Dokumente geleakt, denen zufolge die Führungsebene des Konzerns Risiken insbesondere für die geistige Gesundheit von Mädchen wegen der Konfrontation mit weiblichen Schönheitsidealen bewusst in Kauf genommen hatte.

Meta hat die Vorwürfe stets zurückgewiesen. Konzernvertreter wurden aber mehrfach vom US-Kongress und von Kinderschützern dafür kritisiert.

(B.Izyumov--DTZ)

Empfohlen

Einsatz von Tränengasgranate: Polizist wegen Gewaltanwendung bei Schülerprotesten angeklagt

Weil er während der Schülerproteste in Frankreich aus nächster Nähe eine Tränengasgranate auf einen 14-Jährigen abgefeuert hat, ist ein Polizist wegen Gewaltanwendung angeklagt worden. Der Beamte sei nach dem Vorfall in Saint-Ouen-l'Aumône nordwestlich von Paris nicht in Untersuchungshaft genommen sondern unter richterliche Aufsicht gestellt worden, teilte ein örtlicher Staatsanwalt am Dienstag mit.

Verfahren gegen russische Kinderhospizleiterin eingestellt

Die russische Justiz hat ein Verfahren gegen die Leiterin eines Kinderhospizes eingestellt, der die Verbreitung von Falschinformationen über die russische Armee vorgeworfen worden war. Die Ermittlungen gegen Lida Moniawa seien "mangels strafrechtlich relevanter Tatbestände" beendet worden, sagte ihr Anwalt Michail Birjukow am Dienstag. Ihre Organisation bestätigte die Einstellung des Verfahrens und erklärte: "Es grenzt an ein Wunder!"

Souveräne KI: Französisches Unternehmen Mistral stellt neues Modell vor

Das auf Künstliche Intelligenz (KI) spezialisierte französische Startup Mistral hat die Einführung eines neuen Modells angekündigt, mit dem das Unternehmen im KI-Wettrennen Boden gutmachen will. Das neue Modell ML4 werde es Nutzern erlauben, die Parameter der KI anzupassen, teilte Mistral am Dienstag mit. Dies soll demnach nicht nur eine bessere Leistung ermöglichen - sondern auch mehr Sicherheit für Kunden, die ihre Daten privat halten wollen.

Internationaler Währungsfonds: Anhaltender Preisschock wegen Kriegen und Krisen

Der Internationale Währungsfonds (IWF) sieht anhaltende Auswirkungen von Kriegen und Krisen weltweit auf das Preisniveau von Lebensmitteln und Energie. Die Preise für lebensnotwendige Güter seien im Vergleich zu anderen Gütern inzwischen seit Jahren deutlich erhöht, erklärte der IWF am Dienstag. Die Menschen seien "mit einer anhaltenden Verschlechterung der Erschwinglichkeit von Gütern des täglichen Bedarfs" konfrontiert.

Textgröße ändern: