Deutsche Tageszeitung - Erster Versuch für Viereinhalbtagewoche in mittelständischem Produktionsbetrieb

Erster Versuch für Viereinhalbtagewoche in mittelständischem Produktionsbetrieb


Erster Versuch für Viereinhalbtagewoche in mittelständischem Produktionsbetrieb
Erster Versuch für Viereinhalbtagewoche in mittelständischem Produktionsbetrieb / Foto: © AFP

Ein Nutzfahrzeugausrüster aus Niedersachsen hat sich mit der IG Metall auf den bundesweit ersten Pilottarifversuch für eine Viereinhalbtagewoche in einem mittelständischen Produktionsbetrieb verständigt. Wie das Unternehmen Borco Höhns aus Rotenburg an der Wümme und die Gewerkschaft in Bremen am Montag gemeinsam mitteilten, wird die tarifliche Arbeitszeit für die 230 Beschäftigten ab 1. September bei vollem Entgeltausgleich abgesenkt. Die Pilotphase dauert demnach ein Jahr.

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Den Angaben zufolge wird die Arbeitszeit in der Firma so umorganisiert, dass in ungeraden Kalenderwochen jeweils freitags nicht produziert wird. Während der Laufzeit wollen die Tarifvertragsparteien die Erfahrungen mit dem Modell insbesondere auch mit Blick auf die Produktivitätsentwicklung genau beobachten. Nach Angaben der IG Metall ging das Unternehmen aktiv auf die Gewerschaft zu, um den "Dialog über einen Weg in die Vier-Tage-Woche" bei den Tarifgesprächen zu suchen.

"Vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels müssen attraktive Arbeitgeber mehr denn je ihren Beitrag dazu leisten, dass die Mitarbeitenden Privatleben und Arbeit noch besser miteinander vereinbaren können", erklärte Andreas Elsässer, Geschäftsführer von Borco Höhns. "New Work" dürfe "nicht nur für Agenturen oder bei Dienstleistern mit Computerarbeitsplätzen thematisiert werden". Auch in der Produktion müsse dies "qualifizierte Kräfte überzeugen".

Bremens IG-Metall-Gewerkschaftssekretärin Stefanie Gebhardt lobte die Firma als "Leuchturm". Gemeinsam beträten beide Seiten mit dem Pilottarifvertrag zukunftsweisendes "Neuland". Nur wenige Arbeitgeber seien bislang bereit, so innovative Wege im Interesse ihrer Beschäftigten "überhaupt nur zu denken".

Borco Höhns hat sich auf den Bau und den Vertrieb von Verkaufsfahrzeugen für Händlerinnen und Händler spezialisiert, wie sie etwa auf Wochenmärkten oder als Imbisswagen und sogenannte Foodtrucks zum Einsatz kommen. Die Fahrzeuge werden im firmeneigenen Werk in Rotenburg an der Wümme hergestellt. Die Firma gibt es seit 1954, nach eigenen Angaben ist sie Marktführer in dem Bereich.

(P.Tomczyk--DTZ)

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