Deutsche Tageszeitung - Verdi verteidigt Warnstreik bei der Lufthansa

Verdi verteidigt Warnstreik bei der Lufthansa


Verdi verteidigt Warnstreik bei der Lufthansa
Verdi verteidigt Warnstreik bei der Lufthansa / Foto: © AFP/Archiv

Die Gewerkschaft Verdi hat den 26-stündigen Warnstreik bei der Lufthansa verteidigt. Die stellvertretende Vorsitzende der Gewerkschaft, Christine Behle, sagte am Mittwoch im RBB Inforadio, das Bodenpersonal "war wirklich das Sparschwein der Lufthansa". Die Situation an den Flughäfen und auch bei den Beschäftigten sei "extrem angespannt", deswegen sei "keine Zeit" gewesen, "über Monate hin zu verhandeln".

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Die Lufthansa habe in den vergangenen Jahren nicht mehr in das Personal investiert, kritisierte Behle. Der Personalabbau während der Corona-Pandemie sei "nur die Spitze des Eisbergs". Auch davor sei nicht genug für das Personal getan worden.

"Man muss auch ernsthaft fragen, wenn man in München wohnt, will man tatsächlich an einer Station für 2100 Euro anfangen, wo man faktisch sich gar nichts von leisten kann. Das macht die Lufthansa unattraktiv", sagte Behle im Inforadio. Es sei deswegen wichtig, jetzt zu investieren: "Nicht nur in neue Flugzeuge, modernes Gerät, sondern auch in die Menschen."

Im Tarifstreit mit der Lufthansa hat Verdi inmitten der Sommer-Reisezeit bis Donnerstagmorgen 06.00 Uhr zum Warnstreik aufgerufen. Die Lufthansa strich deswegen nach eigenen Angaben rund 1000 Flüge. Betroffen sind nach Konzernangaben insgesamt rund 134.000 Passagiere.

Die Tarifverhandlungen zwischen der Lufthansa und Verdi für die rund 20.000 Beschäftigten am Boden waren in der zweiten Runde Mitte Juli ohne Ergebnis geblieben. Die Gewerkschaft fordert 9,5 Prozent mehr Lohn und einen Mindeststundenlohn von 13 Euro bei zwölf Monaten Laufzeit. Die Lufthansa legte ein Angebot aus Festbeträgen und einer von der Geschäftsentwicklung abhängigen Komponente bei einer Laufzeit von 18 Monaten vor. Der Konzern hat den Warnstreik als unverhältnismäßig kritisiert.

(U.Beriyev--DTZ)

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