Deutsche Tageszeitung - Bauernverband lehnt Özdemirs Forderung nach weniger Getreide als Tiernahrung ab

Bauernverband lehnt Özdemirs Forderung nach weniger Getreide als Tiernahrung ab


Bauernverband lehnt Özdemirs Forderung nach weniger Getreide als Tiernahrung ab
Bauernverband lehnt Özdemirs Forderung nach weniger Getreide als Tiernahrung ab / Foto: © POOL/AFP

Der deutsche Bauernverband hat die Forderung von Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir (Grüne) nach einer Reduzierung des Anbaus von Getreide als Futtermittel zurückgewiesen. Ein Großteil der landwirtschaftlichen Fläche in Deutschland könne aus verschiedenen Gründen nicht ohne Weiteres für den Anbau von Backweizen zum menschlichen Verzehr genutzt werden, sagte Verbandspräsident Joachim Rukwied am Freitag der Nachrichtenagentur AFP.

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Ein wichtiger Punkt seien die hohen Qualitätsanforderungen für Backweizen. Dieser "gedeiht nur auf besseren Standorten" und könne bei ungünstigen Witterungsverhältnissen dennoch nur als Futtergetreide verwertet werden, sagte Rukwied. "Wintergerste geht dagegen mehrheitlich ins Tierfutter, wächst auch auf weniger guten Böden und ist im Anbau weniger anspruchsvoll."

Des Weiteren handle es sich es sich bei einem Drittel der landwirtschaftlich genutzten Fläche in Deutschland um Grünland, das außer über die Tierhaltung nicht für die menschliche Ernährung genutzt werden könne, sagte der Verbandspräsident. "Außerdem fallen bei der Erzeugung von einem Kilogramm pflanzlichen Nahrungsmitteln vier Kilogramm Nebenprodukte an, die ebenfalls nur über die Tierhaltung genutzt werden können."

Özdemir hatte bemängelt, dass in Deutschland 60 Prozent des produzierten Getreides als Futtermittel verwendet werde. "Wenn man einen Teil davon nutzen könnte für menschliche Ernährung, hätten wir schon Flächen gewonnen", sagte er den Fernsehsendern RTL und ntv.

"Diese Diskussion lenkt vom eigentlichen Problem ab", kritisierte Rukwied. "Statt Anbau- oder Verzehrsempfehlungen brauchen wir ein praxisgerechtes Baurecht, eine verpflichtende Haltungs- und Herkunftskennzeichnung und vor allem eine verlässliche Finanzierung." Der Bundesregierung warf er vor, den angekündigten Umbau der Tierhaltung nicht voranzubringen. Dieses erklärte "Flaggschiff-Projekt" werde politisch blockiert.

(L.Møller--DTZ)

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