Deutsche Tageszeitung - Rund 30.000 Ausbildungsplätze im Handwerk unbesetzt

Rund 30.000 Ausbildungsplätze im Handwerk unbesetzt


Rund 30.000 Ausbildungsplätze im Handwerk unbesetzt
Rund 30.000 Ausbildungsplätze im Handwerk unbesetzt / Foto: © AFP/Archiv

Der Bedarf an Bewerberinnen und Bewerbern für Ausbildungsplätze im Handwerk ist nach wie vor groß. "Das Handwerk bietet derzeit noch rund 30.000 Ausbildungsplätze mit besten Zukunftschancen", erklärte der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) am Montag. Insbesondere in Berufen, die zur Umsetzung der Mobilitäts- und Energiewende benötigt werden, seien die Aussichten für Bewerberinnen und Bewerber gut.

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Im ersten Halbjahr begannen nach Angaben des ZDH gut 61.000 Menschen eine handwerkliche Ausbildung. Im Vergleich zum Vorjahr war das ein leichter Rückgang um 1,6 Prozent. Die Zahl der unversorgten Bewerberinnen und Bewerber war laut Zahlen der Bundesagentur für Arbeit (BA) mit rund 10.000 zwar um 6,3 Prozent geringer als im Vorjahr. Über 33.000 Lehrstellen waren nach Angaben der Handwerkskammern jedoch noch zu besetzen - ein Anstieg von 7,5 Prozent im Vorjahresvergleich.

Sowohl in klimarelevanten Berufen als auch im Handwerk insgesamt gebe es auch nach Beginn des Ausbildungsjahres Anfang August mehr als genug Ausbildungsplätze, erklärte der ZDH. "Was fehlt, sind die Bewerberinnen und Bewerber." Im Schnitt seien in den vergangenen Jahren rund 18.000 Ausbildungsplätze im Handwerk unbesetzt geblieben - im vergangenen Ausbildungsjahr waren es fast 19.000.

Ausreichend Handwerkerinnen und Handwerker seien unverzichtbar für Transformationsprozesse etwa bei der Mobilität, der Digitalisierung, dem Wohnungsbau und der Gebäudesanierung sowie beim Infrastrukturausbau, erklärte der ZDH. Dringend gebraucht würden Menschen, die Solarmodule einbauen, Ladesäulen für E-Autos installieren, Gebäude dämmen und Wärmepumpen einbauen.

Der ZDH forderte ein Umdenken in der Bildungspolitik: "Wir brauchen nicht nur eine Klimawende und nicht nur eine Energiewende, wir brauchen auch eine Bildungswende." Notwendig sei eine gleichwertige Behandlung beruflicher und akademischer Bildung. Ausbildungsbetriebe müssten vom Gesetzgeber außerdem stärker entlastet werden. Der ZDH forderte zudem eine flächendeckende Berufsorientierung an Schulen, um Schulabgänger über die Möglichkeiten der beruflichen Bildung zu informieren.

(V.Korablyov--DTZ)

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