Deutsche Tageszeitung - Hilfe durch ausländische Arbeitskräfte an Flughäfen läuft nur schleppend an

Hilfe durch ausländische Arbeitskräfte an Flughäfen läuft nur schleppend an


Hilfe durch ausländische Arbeitskräfte an Flughäfen läuft nur schleppend an
Hilfe durch ausländische Arbeitskräfte an Flughäfen läuft nur schleppend an / Foto: © AFP/Archiv

Die zur Entlastung der deutschen Flughäfen in Aussicht gestellte Hilfe durch rund 2000 türkische Arbeitskräfte läuft nur sehr schleppend an. Wie ein Sprecher des Auswärtigen Amts, das für die Erteilung der Visa zuständig ist, am Mittwoch sagte, gingen nach dem Stand vom Vortag erst 44 Anträge ein. Nur bei einem dieser Anträge lag die notwendige Sicherheitsüberprüfung vor, dieses Visum konnte dann "zügig erteilt werden", sagte der Sprecher.

Textgröße ändern:

Andere Verfahren hätten aufgrund der fehlenden Zuverlässigkeitsprüfung noch nicht abgeschlossen werden können, sagte der Sprecher weiter. Das Visa-Verfahren an sich dauere bei einer abgeschlossenen Sicherheitsüberprüfung nicht länger als zwei bis drei Tage.

An den deutschen Flughäfen herrscht derzeit ein eklatanter Personalmangel, annullierte Flüge und lange Wartezeiten bei der Abfertigung sind die Folge. Die Regierung hatte daher den Weg vereinfacht, dass Unternehmen im Luftverkehr befristet bis zum Herbst auf türkische Saisonfacharbeiter zurückgreifen können. Für die Rekrutierung der Arbeitskräfte sind die Unternehmen zuständig, für die nötigen Zuverlässigkeitsüberprüfungen die Luftsicherheitsbehörden der Länder.

Eine solche Überprüfung dauert rund sechs Wochen, wie der Flughafenverband ADV betont. Auch eine fachliche Eignungsprüfung der Saisonfachkräfte ist demnach nötig. Generell sei die lange Bearbeitungsdauer der Zuverlässigkeitsüberprüfung eine "hohe Einstellungshürde", erklärt der ADV. Bei einer mehrwöchigen Wartezeit "springen viele potenzielle Bewerber ab und nehmen Angebote aus anderen Branchen an". Die Rekrutierung könne aber durch eine "effizientere und damit kürzere" Überprüfung erleichtert werden, "ohne dass auf Sicherheitsstandards verzichtet wird".

Auch der Arbeitgeberverband der Bodenabfertigungsdienstleister im Luftverkehr (ABL) rechnet bis Mitte August mit der Ankunft von nur rund 250 ausländischen Hilfskräften. Dies sei eine "realistische" Zahl, sagte ABL-Chef Thomas Richter den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND) vom Mittwoch. Mit Blick auf die erforderlichen Unterlagen liege man in den "Endzügen".

Auch Richter kritisierte die bürokratischen Hürden. Für die Zuverlässigkeitsüberprüfung seien ein polizeiliches Führungszeugnis und Bestätigungen über Wohnsitz und berufliche Tätigkeiten der vergangenen Jahre nötig. Solche Nachweise könnten in Ländern, die kein Melderegister wie in Deutschland haben, eine schwierige Hürde sein. "Wir legen unsere inländischen Maßstäbe im Ausland an", kritisierte Richter.

(M.Dylatov--DTZ)

Empfohlen

Neuer Höchststand bei Beziehern von Grundsicherung im Alter

Die Zahl der Empfänger von Grundsicherung im Alter ist auf einen neuen Höchststand gestiegen. Zum Ende des ersten Quartals in diesem Jahr bezogen rund 771.000 Menschen in Deutschland Grundsicherung im Alter - das waren 36,7 Prozent mehr als noch im Jahr 2020: Dies geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage des AfD-Bundestagsabgeordneten René Springer hervor, die der Nachrichtenagentur AFP am Montag vorlag.

ADAC: Entlastung durch Tankrabatt schmilzt - Spritpreise steigen wieder leicht

Die Entlastung durch den Tankrabatt schrumpft nach Einschätzung des ADAC schon wieder zusammen. Die seit 1. Oktober geltende Energiesteuersenkung "hat zwar zu einem deutlichen Preisrückgang bei den Kraftstoffen geführt", jedoch seien die Preise besonders bei Super E10 in den vergangenen Tagen wieder leicht gestiegen, teilte der Automobilclub in München am Montag mit. "Damit ist ein Teil der anfänglichen Entlastungswirkung bereits innerhalb weniger Tage teilweise wieder aufgezehrt worden."

Umfrage: Konsumlaune verdüstert sich - schlechte Aussichten für Weihnachtsgeschäft

Die Konsumlaune der deutschen Verbraucherinnen und Verbraucher hat sich einer Umfrage des Handelsverbands Deutschland (HDE) zufolge zuletzt verdüstert. Das HDE-Konsumbarometer sank von 94,70 Zählern im September auf 93,51 Punkte im Oktober, wie der Verband am Montag mitteilte. Das dämpfe die Hoffnung auf einen Aufschwung im letzten Quartal des Jahres, auch trübten sich "die Erwartungen für das Weihnachtsgeschäft etwas ein".

Rekord: Anteil von E-Autos an Neuzulassungen steigt auf 34,5 Prozent

Die hohen Spritpreise lassen offenbar viele Menschen in Deutschland umdenken - und die staatliche E-Auto-Prämie sorgt für einen Extra-Schub: Der Marktanteil von Elektro-Pkw erreichte im September 34,5 Prozent und damit den höchsten Wert jemals. 100.000 Anträge für die Kaufprämie wurden bis Anfang Oktober bewilligt. Automarktexperte Constantin Gall kritisierte, für die Hersteller sei dieser Boom ein "echtes Dilemma" - sie könnten nicht abschätzen, ob er auch anhält.

Textgröße ändern: