Deutsche Tageszeitung - Aufträge für die Industrie im Juni weiter zurückgegangen

Aufträge für die Industrie im Juni weiter zurückgegangen


Aufträge für die Industrie im Juni weiter zurückgegangen
Aufträge für die Industrie im Juni weiter zurückgegangen / Foto: © AFP/Archiv

Die weltweite Nachfrage nach Produkten made in Germany bleibt schwach: Der Auftragseingang im Verarbeitenden Gewerbe ging im Juni im Vergleich zum Vormonat um 0,4 Prozent zurück, im Vergleich zum Vorjahresmonat sogar um 9,0 Prozent, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Donnerstag mitteilte. Grund sind laut DIHK anhaltende Lieferkettenstörungen, hohe Inflationsraten und steigende Energiepreise - sie belasten die Konjunktur weltweit und drücken die Nachfrage.

Textgröße ändern:

Der Rückgang der Aufträge im Juni war bereits der fünfte in Folge. Das im Vergleich zum Juni 2021 sehr hohe Minus von 9,0 Prozent lag nach Angaben der Statistiker auch an dem "sehr hohen Niveau" vor einem Jahr.

Die Nachfrage nach deutschen Industrieprodukten sank insbesondere in Ländern außerhalb der Eurozone - hier ging der Auftragseingang im Vergleich zum Mai um 4,3 Prozent zurück. Die Aufträge aus den 19 Ländern mit der Gemeinschaftswährung dagegen legten im Vormonatsvergleich sogar um 3,4 Prozent zu, die Inlandsaufträge um 1,1 Prozent.

Das Bundeswirtschaftsministerium in Berlin erklärte, angesichts der erhöhten Unsicherheit durch den Krieg in der Ukraine und einer drohenden Gasknappheit verlaufe die Entwicklung der Nachfrage weiterhin schwach. Der Ausblick für die Industriekonjunktur bleibe zurückhaltend. Auch der Konjunkturexperte des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK), Jupp Zenzen, sagte: "Das sind keine guten Aussichten für die exportorientierte deutsche Wirtschaft."

(V.Varonivska--DTZ)

Empfohlen

Neuer Höchststand bei Beziehern von Grundsicherung im Alter

Die Zahl der Empfänger von Grundsicherung im Alter ist auf einen neuen Höchststand gestiegen. Zum Ende des ersten Quartals in diesem Jahr bezogen rund 771.000 Menschen in Deutschland Grundsicherung im Alter - das waren 36,7 Prozent mehr als noch im Jahr 2020: Dies geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage des AfD-Bundestagsabgeordneten René Springer hervor, die der Nachrichtenagentur AFP am Montag vorlag.

ADAC: Entlastung durch Tankrabatt schmilzt - Spritpreise steigen wieder leicht

Die Entlastung durch den Tankrabatt schrumpft nach Einschätzung des ADAC schon wieder zusammen. Die seit 1. Oktober geltende Energiesteuersenkung "hat zwar zu einem deutlichen Preisrückgang bei den Kraftstoffen geführt", jedoch seien die Preise besonders bei Super E10 in den vergangenen Tagen wieder leicht gestiegen, teilte der Automobilclub in München am Montag mit. "Damit ist ein Teil der anfänglichen Entlastungswirkung bereits innerhalb weniger Tage teilweise wieder aufgezehrt worden."

Umfrage: Konsumlaune verdüstert sich - schlechte Aussichten für Weihnachtsgeschäft

Die Konsumlaune der deutschen Verbraucherinnen und Verbraucher hat sich einer Umfrage des Handelsverbands Deutschland (HDE) zufolge zuletzt verdüstert. Das HDE-Konsumbarometer sank von 94,70 Zählern im September auf 93,51 Punkte im Oktober, wie der Verband am Montag mitteilte. Das dämpfe die Hoffnung auf einen Aufschwung im letzten Quartal des Jahres, auch trübten sich "die Erwartungen für das Weihnachtsgeschäft etwas ein".

Rekord: Anteil von E-Autos an Neuzulassungen steigt auf 34,5 Prozent

Die hohen Spritpreise lassen offenbar viele Menschen in Deutschland umdenken - und die staatliche E-Auto-Prämie sorgt für einen Extra-Schub: Der Marktanteil von Elektro-Pkw erreichte im September 34,5 Prozent und damit den höchsten Wert jemals. 100.000 Anträge für die Kaufprämie wurden bis Anfang Oktober bewilligt. Automarktexperte Constantin Gall kritisierte, für die Hersteller sei dieser Boom ein "echtes Dilemma" - sie könnten nicht abschätzen, ob er auch anhält.

Textgröße ändern: