Deutsche Tageszeitung - Stimmung in der Automobilindustrie im August eingebrochen

Stimmung in der Automobilindustrie im August eingebrochen


Stimmung in der Automobilindustrie im August eingebrochen
Stimmung in der Automobilindustrie im August eingebrochen / Foto: © AFP

Die Stimmung der Unternehmen in der Automobilindustrie hat sich im August deutlich verschlechtert. Der entsprechende Umfragewert sackte auf minus zehn Punkte ab, wie das Münchner Ifo-Institut am Freitag mitteilte - im Juli waren es noch plus 7,5 Punkte gewesen. Allerdings verbesserten sich die künftigen Erwartungen der Autobauer von minus vier auf nun null Punkte. "Die allgemeine Eintrübung der Konjunktur zeigt sich auch in der Autobranche", erklärte das Institut.

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Die Branche wird derzeit von einer Reihe von Herausforderungen beherrscht. Vor allem die Lieferketten sind wegen internationaler Krisen strapaziert, hinzu kommen hohe Kosten. Die hohe Inflation erschwert zudem Verbrauchern die Finanzierung eines Autos.

Deutliche Unterschiede in der Stimmung gibt es zwischen Herstellern und Zulieferern, letztere waren zuletzt "deutlich schlechterer Stimmung". Das Klima bei den Herstellern drehte im August auf minus 1,6 Punkte nach plus 5,8 Punkten im Vormonat. Das lag vor allem an einer deutlich pessimistischeren Beurteilung ihrer aktuellen Lage.

Bei den Zulieferern sank das Geschäftsklima sogar auf minus 11,4 Punkte, nach minus 4,9 im Juli. Auch hier schätzten die Unternehmen ihre aktuelle Lage deutlich schlechter ein als im Vormonat. Gleichzeitig sind die Unternehmen zurückhaltender, Personal einzustellen. Der Indikator für die Beschäftigungspläne der Branche sank von plus 9,5 auf minus 3,6 Punkte.

Vor dem Hintergrund der Strompreisexplosion warnte unterdessen der Autoexperte Stefan Bratzel vom Forschungsinstitut CAM vor einem Scheitern der Verkehrswende. "Der Hochlauf der Elektromobilität droht zu scheitern, wenn der Stromer im Verbrauch teurer wird als Benziner oder Diesel, weil sich dann kaum noch jemand ein Elektroauto kaufen würde", sagte er der "Neuen Osnabrücker Zeitung" vom Freitag.

Eine Bedrohung sieht Bratzel auch in der Rekordinflation. Bei schlechter Konjunktur würden größere Anschaffungen auf die lange Bank geschoben. "Auch das könnte den Markthochlauf verzögern, dazu führen, dass die Autofahrer länger mit ihren Diesel oder Benzinern unterwegs sein werden", sagte er. Hier sei die Politik gefragt, die Nutzung der E-Mobilität praxistauglicher zu gestalten, etwa durch den Ausbau der Ladeinfrastruktur.

(Y.Ignatiev--DTZ)

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