Deutsche Tageszeitung - Venezuela bringt sich als globaler Öl- und Gaslieferant ins Spiel

Venezuela bringt sich als globaler Öl- und Gaslieferant ins Spiel


Venezuela bringt sich als globaler Öl- und Gaslieferant ins Spiel
Venezuela bringt sich als globaler Öl- und Gaslieferant ins Spiel / Foto: © AFP

Angesichts der Energiekrise hat Venezuelas sozialistischer Staatschef Nicolás Maduro sein Land als globalen Lieferanten von Erdöl und Erdgas ins Spiel gebracht. "Venezuela ist bereit und gewillt, seine Rolle zu erfüllen, und auf stabile und sichere Weise das Öl und das Gas zu liefern, das die Weltwirtschaft braucht", sagte Maduro am Mittwoch während eines Besuchs des Generalsekretärs der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec), Haitham al-Ghais, in Caracas.

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Maduro versicherte, dass sich die Ölindustrie seines Landes erholt habe. Die Ölföderung in dem sozialistischen Land war auf ein Rekordtief gefallen, nachdem jahrelang Investitionen in den Sektor und die Wartung der Anlagen vernachlässigt worden waren. Derzeit fördert Venezuela rund 700.000 Barrel Öl pro Tag, 2002 waren es noch 2,3 Millionen Barrel täglich.

Erdöl ist für Venezuela eine enorm wichtige Einnahmequelle. Die USA haben Venezuela mit einer Reihe von Sanktionen belegt, da sie Maduros Wiederwahl im Jahr 2018 nicht anerkennen. Eine 2019 verhängte Strafmaßnahme untersagt es Venezuela, auf dem US-Markt mit Rohöl zu handeln. Im Mai kündigte die Regierung von US-Präsident Joe Biden angesichts der wegen des Ukraine-Kriegs steigenden Energiepreise allerdings an, einige der Sanktionen zu lockern.

Maduro zählt zu den weltweit wenigen Staatschefs, die Russlands Einmarsch in die Ukraine rechtfertigen. Die gegenwärtige "Krise" auf den Energiemärkten sei durch "ungerechtfertigte" Sanktionen gegen Russland verursacht worden, sagte er.

Im Zuge des Ukraine-Kriegs hat Russland seine Erdgas-Lieferungen nach Europa drastisch reduziert. Europäische Länder wie Deutschland bemühen sich unter Hochdruck, ihren bisherigen Haupt-Gaslieferanten zu ersetzen. Enorm gestiegene Gaspreise sowie das Risiko von Lieferengpässen lassen allerdings einen schwierigen Winter befürchten.

Opec-Generalsekretär al-Ghais sagte während seines Besuchs in Caracas, seine Organisation stehe vor einer Herausforderung, die "ernster, kritischer" sei als alle, die sie seit ihrer Gründung vor 62 Jahren habe bewältigen müssen.

(V.Varonivska--DTZ)

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