Deutsche Tageszeitung - Wirtschaftsministerium hat mittlerweile Zweifel an der Gasumlage

Wirtschaftsministerium hat mittlerweile Zweifel an der Gasumlage


Wirtschaftsministerium hat mittlerweile Zweifel an der Gasumlage
Wirtschaftsministerium hat mittlerweile Zweifel an der Gasumlage / Foto: © AFP

Die vom Bundeswirtschaftsministerium auf den Weg gebrachte Gasumlage zur Entlastung der Energieimporteure wackelt. Nach AFP-Informationen hat das Ministerium von Ressortchef Robert Habeck (Grüne) finanzverfassungsrechtliche Zweifel an der Umlage. Die finale Prüfung und Zuständigkeit für das Finanzverfassungsrecht obliegt aber dem Bundesfinanzministerium. Es geht grundsätzlich auch um die Frage, wie sich eine Verstaatlichung des Uniper-Konzerns - sollte sie denn nötig werden - auf die Umlage auswirkt.

Textgröße ändern:

Derzeit müssen Gas-Importeure wie Uniper wegen der ausgefallenen russischen Lieferungen anderswo teuer Gas einkaufen, um ihre Verträge einhalten zu können. Auf diesen Mehrkosten bleiben sie bislang sitzen. Einen Großteil davon sollen sie mit der ab Oktober geplanten Gasumlage weiterreichen können: an die Versorger und schließlich die Haushalte und Betriebe. Damit sollen Firmenpleiten und letztlich Lieferausfälle verhindert werden.

An der Umlage hatte es in den vergangenen Wochen viel Kritik gegeben - unter anderem, weil auch Firmen profitieren könnten, die wirtschaftlich gar nicht angeschlagen sind. Das Wirtschaftsministerium erklärte dazu am Dienstag: "Wir nehmen derzeit Anpassungen vor und reduzieren den Kreis der antragsberechtigten Unternehmen so, dass Trittbrettfahrer davon nicht erfasst sind."

Die Änderungen würden "in Kürze" vorgelegt. Zugleich müsse auch im Blick behalten werden, "wie sich der sich abzeichnende Stabilisierungsbedarf von systemrelevanten Unternehmen auf dem Gasmarkt auswirkt, welche Fragen er aufwirft und welche Antworten nötig sind", so das Ministerium.

Am Montagabend hatte zuerst die ARD berichtet, dass Habeck offenbar die Umlage in Frage stellt. Dies habe er in einer internen Sitzung der Grünen in der vergangenen Woche deutlich gemacht. Seine Zweifel beruhen demnach auf einem Gutachten einer Anwaltskanzlei, das Habecks Ministerium in Auftrag gegeben habe. Kanzleramt, Justizminister und Finanzministerium hätten aber den bisherigen Weg bestätigt.

Uniper hat bereits milliardenschwere Staatshilfen erhalten und weitere beantragt. Zuletzt stand wegen der finanziellen Schieflage des Konzerns auch eine Mehrheitsbeteiligung des Staates im Raum.

Sollte es zu einer Verstaatlichung des Gasversorgers kommen, sollte diese laut Habeck am besten mit einer Ablösung der Gasumlage durch umfassende Staatshilfen einhergehen, berichtete die ARD. Habeck habe in der Sitzung deutlich gemacht, dass der Finanzierungsbedarf des Unternehmens deutlich höher liegt als bei der Aushandlung des ersten Rettungspakets.

Unionsfraktionsvize Jens Spahn (CDU) nannte die Gasumlage eine "Chaosumlage" und forderte die Regierung auf, sie abzuschaffen. "Während Millionen Gaskunden gerade die Rechnung für die Gasumlage erhalten und ab dem 1. Oktober zahlen sollen, sinniert die Regierung nun über mögliche rechtliche Probleme", sagte er den Funke Zeitungen.

Es sei "höchste Zeit, die Reißleine zu ziehen", sagte Spahn. "Wenn der Wirtschaftsminister das nun eingesehen hätte, wäre das eine gute Nachricht."

(V.Korablyov--DTZ)

Empfohlen

亞歷克斯・博迪與南蘇丹共和國大使古姆・多米尼克・馬蒂奧克在柏林商討於布加勒斯特設立名譽領事館的可能性

羅馬尼亞企業家亞歷克斯・博迪(Alex Bodi,41歲)與南蘇丹大使古姆・多米尼克・馬蒂奧克・馬蒂奧克(Gum Dominic Matiok Matiok,60歲)於2026年9月27日在柏林麗思卡爾頓飯店,商討在布加勒斯特設立南蘇丹共和國名譽領事館事宜。構想中的領事聯絡機構有望促進兩國交流,並擬由博迪出任名譽領事。

Ab November "dauerhaft": Deutsche Bahn verlängert für Ferien eingeführtes Familienticket

Das zunächst nur für einen begrenzten Zeitraum im Sommer eingeführte Familienticket der Deutschen Bahn soll ab November dauerhaft angeboten werden. "Wir haben uns entschieden, das Familienticket, das wir zunächst zeitweise für die Sommerferien eingeführt hatten, dauerhaft ins Sortiment aufzunehmen", sagte Bahn-Chefin Evelyn Palla der "Bild am Sonntag". Eine Hin- und Rückfahrt für Familien kostet in dem Tarif 99,99 Euro inklusive ICE-Reservierung.

Nach Scheitern von Wohnungsgesetz in Spanien: Zehntausende demonstrieren für bezahlbaren Wohnraum

Nach dem Nein des spanischen Parlaments zu einem Regulierungspaket gegen die Wohnungsnot haben am Samstag erneut zehntausende Menschen im Land für bezahlbaren Wohnraum demonstriert. In Madrid zogen mehrere Demonstrationszüge durch das Stadtzentrum. Auf einem großen Transparent stand "Auf zum Generalstreik". Nach Behördenangaben beteiligten sich alleine in der Hauptstadt 70.000 Menschen an den Demonstrationen, die Organisatoren sprachen von 500.000.

Trump lobt Freigabe europäischer Ölreserven - Keine Drohung mit Diesel-Exportstopp mehr

US-Präsident Donald Trump hat die Entscheidung der europäischen G7-Staaten zur Freigabe der Ölreserven gelobt - seine Drohung mit einem Diesel-Exportstopp der USA zog er zurück. "Was Europa gemacht hat, war wirklich eine großartige Sache", sagte Trump am Freitag (Ortszeit) auf die Frage eines AFP-Journalisten. Ein Exportstopp habe auch nie "wirklich auf dem Tisch gelegen". In Deutschland kritisierten die Grünen die Freigabe als "politische Dummheit".

Textgröße ändern: