Deutsche Tageszeitung - Union legt Gesetzentwurf zu Akw-Weiterbetrieb bis mindestens Ende 2024 vor

Union legt Gesetzentwurf zu Akw-Weiterbetrieb bis mindestens Ende 2024 vor


Union legt Gesetzentwurf zu Akw-Weiterbetrieb bis mindestens Ende 2024 vor
Union legt Gesetzentwurf zu Akw-Weiterbetrieb bis mindestens Ende 2024 vor / Foto: © AFP/Archiv

Die Union hat im Bundestag einen Gesetzentwurf zur Verlängerung der Laufzeiten für die deutschen Atomkraftwerke bis mindestens Ende 2024 vorgelegt. In der Energiekrise Kohlestrom aus Polen und Atomstrom aus Frankreich zu importieren "und gleichzeitig eigene Kernkraftwerke abzuschalten", sei "wirklich absurd", sagte der CDU-Abgeordnete Steffen Bilger am Donnerstag. Die Union wolle "keinen Ausstieg vom Ausstieg", die Bundesregierung müsse aber alle verfügbaren Energieformen "in dieser prekären Lage" nutzen.

Textgröße ändern:

Nach bisheriger Rechtslage würden im Zuge des Atomausstiegs zum 31. Dezember diesen Jahres die letzten drei Kernkraftwerke Isar 2, Emsland und Neckarwestheim 2 abgeschaltet. Angesichts der angespannten Lage auf dem Energiemarkt hatte Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) aber Anfang September vorgeschlagen, mit Isar 2 und Neckarwestheim 2 zwei der drei Akw bis Mitte April 2023 in Reserve zu halten. Sie würden bei Bedarf wieder ans Netz genommen.

Aus der Ampel-Koalition wiesen Vertreter von SPD und Grünen den Vorstoß der Union zu einer mehrjährigen Laufzeitverlängerung zurück. Der SPD-Abgeordnete Jakob Blankenburg warf der CDU/CSU vor, Sicherheitsbedenken zu ignorieren. Gleichzeitig sehe der Gesetzentwurf vor, 2024 über eine nochmalige Verlängerung zu entscheiden. Ziel der Union sei ein "noch längeres Weiter so bei der Atomkraft".

"Atomkraft ist unflexibel, riskant und teuer", sagte die Grünen-Abgeordnete Julia Verlinden. Je länger die Akw liefen, desto länger bremsten sie die Energiewende aus. Verlinden verwies auch auf die jüngst bekannte gewordenen Probleme beim bayerischen Atomkraftwerk Isar 2 mit einem Ventil-Leck, das vor einem Weiterbetrieb über das Jahresende hinaus repariert werden müsste.

Die FDP-Abgeordnete Judith Skudelny räumte ein, dass die Ampel-Koalition in der Akw-Frage "nicht zu hundert Prozent einig" sei. Ihre Partei frage sich, ob die bisherigen Beschlüsse ausreichten, um auch die Energiesicherheit im Herbst und Winter 2023 zu garantieren. Insofern nehme die FDP-Fraktion den Unionsantrag "wohlwollend auf als inhaltlichen Beitrag". Das FDP-Präsidium hatte sich Anfang September für einen Weiterbetrieb der drei Akw bis maximal 2024 ausgesprochen.

(L.Møller--DTZ)

Empfohlen

Ab November "dauerhaft": Deutsche Bahn verlängert für Ferien eingeführtes Familienticket

Das zunächst nur für einen begrenzten Zeitraum im Sommer eingeführte Familienticket der Deutschen Bahn soll ab November dauerhaft angeboten werden. "Wir haben uns entschieden, das Familienticket, das wir zunächst zeitweise für die Sommerferien eingeführt hatten, dauerhaft ins Sortiment aufzunehmen", sagte Bahn-Chefin Evelyn Palla der "Bild am Sonntag". Eine Hin- und Rückfahrt für Familien kostet in dem Tarif 99,99 Euro inklusive ICE-Reservierung.

Nach Scheitern von Wohnungsgesetz in Spanien: Zehntausende demonstrieren für bezahlbaren Wohnraum

Nach dem Nein des spanischen Parlaments zu einem Regulierungspaket gegen die Wohnungsnot haben am Samstag erneut zehntausende Menschen im Land für bezahlbaren Wohnraum demonstriert. In Madrid zogen mehrere Demonstrationszüge durch das Stadtzentrum. Auf einem großen Transparent stand "Auf zum Generalstreik". Nach Behördenangaben beteiligten sich alleine in der Hauptstadt 70.000 Menschen an den Demonstrationen, die Organisatoren sprachen von 500.000.

Trump lobt Freigabe europäischer Ölreserven - Keine Drohung mit Diesel-Exportstopp mehr

US-Präsident Donald Trump hat die Entscheidung der europäischen G7-Staaten zur Freigabe der Ölreserven gelobt - seine Drohung mit einem Diesel-Exportstopp der USA zog er zurück. "Was Europa gemacht hat, war wirklich eine großartige Sache", sagte Trump am Freitag (Ortszeit) auf die Frage eines AFP-Journalisten. Ein Exportstopp habe auch nie "wirklich auf dem Tisch gelegen". In Deutschland kritisierten die Grünen die Freigabe als "politische Dummheit".

Grüne kritisieren Freigabe von Ölreserven als "politische Dummheit"

Die Grünen haben die Entscheidung der G7-Staaten zur Freigabe von Öl und Diesel aus ihren nationalen Reserven scharf kritisiert. "Die Freigabe ist ein Fehler, schlimmer noch: eine politische Dummheit", sagte der Grünen-Energiepolitiker Michael Kellner am Samstag der Nachrichtenagentur AFP in Berlin. "Die Reserven sind für echte Notfälle da und nicht für einen amerikanischen Präsidenten, dem im Wahlkampf die Felle davonschwimmen."

Textgröße ändern: