Deutsche Tageszeitung - BFH gewährt Leiharbeitern mit befristeten Einsätzen Steuervorteil

BFH gewährt Leiharbeitern mit befristeten Einsätzen Steuervorteil


BFH gewährt Leiharbeitern mit befristeten Einsätzen Steuervorteil
BFH gewährt Leiharbeitern mit befristeten Einsätzen Steuervorteil / Foto: © AFP/Archiv

Der Bundesfinanzhof (BFH) hat Leiharbeitern mit befristeten Einsätzen einen Steuervorteil zugesprochen. Wie das Gericht in München am Donnerstag erklärte, können Leiharbeitnehmer steuerlich höhere Wegekosten geltend machen, wenn ihr Einsatzort immer wieder neu befristet wird. Dies gelte auch dann, wenn es sich stets um denselben Einsatzort handelt. (Az: VI R 32/20)

Textgröße ändern:

Geklagt hatte ein Mann mit unbefristetem Arbeitsverhältnis als "überbetrieblicher Mitarbeiter" bei einer Leiharbeitsfirma in Niedersachsen. Mit einem Kunden schloss die Leihfirma mehrfach befristete Verträge ab, die sich lückenlos aneinanderreihten. Über mehrere Jahre wurde der Kläger durchgehend bei diesem Kunden eingesetzt.

Das Finanzamt ging daher von einem festen Arbeitsort aus und erkannte wie üblich nur die einfache Wegstrecke als steuerliche Pendlerpauschale an. Der Kläger wollte die doppelte Strecke für Hin- und Rückweg absetzen. Es handele sich um Dienstreisen, argumentierte er.

Dieser Einschätzung folgte nun der BFH. Arbeitsort sei laut Gesetz ein Betrieb des Arbeitgebers oder eines vom Arbeitgeber bestimmten Dritten, dem der Arbeitnehmer "dauerhaft zugeordnet ist".

Arbeitgeber sei im vorliegenden Fall die Leiharbeitsfirma, führte das Gericht aus. Der dort beschäftigte Kläger sei verpflichtet, bei wechselnden Kunden zu arbeiten. Im Streitjahr 2014 sei dies zwar durchgehend dieselbe Firma gewesen, da die Einsätze aber auf zunächst neun und dann nochmals drei Monate befristet waren, sei der Kläger diesem Kunden nicht "dauerhaft zugeordnet" gewesen.

(L.Møller--DTZ)

Empfohlen

Ab November "dauerhaft": Deutsche Bahn verlängert für Ferien eingeführtes Familienticket

Das zunächst nur für einen begrenzten Zeitraum im Sommer eingeführte Familienticket der Deutschen Bahn soll ab November dauerhaft angeboten werden. "Wir haben uns entschieden, das Familienticket, das wir zunächst zeitweise für die Sommerferien eingeführt hatten, dauerhaft ins Sortiment aufzunehmen", sagte Bahn-Chefin Evelyn Palla der "Bild am Sonntag". Eine Hin- und Rückfahrt für Familien kostet in dem Tarif 99,99 Euro inklusive ICE-Reservierung.

Nach Scheitern von Wohnungsgesetz in Spanien: Zehntausende demonstrieren für bezahlbaren Wohnraum

Nach dem Nein des spanischen Parlaments zu einem Regulierungspaket gegen die Wohnungsnot haben am Samstag erneut zehntausende Menschen im Land für bezahlbaren Wohnraum demonstriert. In Madrid zogen mehrere Demonstrationszüge durch das Stadtzentrum. Auf einem großen Transparent stand "Auf zum Generalstreik". Nach Behördenangaben beteiligten sich alleine in der Hauptstadt 70.000 Menschen an den Demonstrationen, die Organisatoren sprachen von 500.000.

Trump lobt Freigabe europäischer Ölreserven - Keine Drohung mit Diesel-Exportstopp mehr

US-Präsident Donald Trump hat die Entscheidung der europäischen G7-Staaten zur Freigabe der Ölreserven gelobt - seine Drohung mit einem Diesel-Exportstopp der USA zog er zurück. "Was Europa gemacht hat, war wirklich eine großartige Sache", sagte Trump am Freitag (Ortszeit) auf die Frage eines AFP-Journalisten. Ein Exportstopp habe auch nie "wirklich auf dem Tisch gelegen". In Deutschland kritisierten die Grünen die Freigabe als "politische Dummheit".

Grüne kritisieren Freigabe von Ölreserven als "politische Dummheit"

Die Grünen haben die Entscheidung der G7-Staaten zur Freigabe von Öl und Diesel aus ihren nationalen Reserven scharf kritisiert. "Die Freigabe ist ein Fehler, schlimmer noch: eine politische Dummheit", sagte der Grünen-Energiepolitiker Michael Kellner am Samstag der Nachrichtenagentur AFP in Berlin. "Die Reserven sind für echte Notfälle da und nicht für einen amerikanischen Präsidenten, dem im Wahlkampf die Felle davonschwimmen."

Textgröße ändern: