Deutsche Tageszeitung - Pilotprojekt für Anwerbung von Bahn-Mitarbeitern in Nordafrika gestartet

Pilotprojekt für Anwerbung von Bahn-Mitarbeitern in Nordafrika gestartet


Pilotprojekt für Anwerbung von Bahn-Mitarbeitern in Nordafrika gestartet
Pilotprojekt für Anwerbung von Bahn-Mitarbeitern in Nordafrika gestartet / Foto: © AFP/Archiv

Das Bundesentwicklungsministerium und die Deutsche Bahn haben ein Pilotprojekt für die Gewinnung von Fachkräften auch in Nordafrika gestartet. In diesem Jahr beschäftigt die Bahn zum ersten Mal zwei Auszubildende aus Tunesien, die im Rahmen des Projekts nach Deutschland gekommen sind, wie das Unternehmen, das Ministerium und die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Dienstag in Berlin mitteilten. In den kommenden Jahren soll die Anwerbung in Nordafrika deutlich ausgeweitet werden.

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Entwicklungsministerin Svenja Schulze (SPD) erklärte, der Fachkräftemangel sei bereits "so dramatisch, dass er Wirtschaftskraft und Wohlstand in Deutschland bedroht". Zugleich falle es vielen Entwicklungsländern gerade in Afrika schwer, genügend Jobs für ihre junge, wachsende Bevölkerung zu schaffen. Das Pilotprojekt mit Tunesien und der Deutschen Bahn solle nun wertvolle Pionierarbeit leisten, um künftig noch größere Lösungen zu entwickeln.

Bahn-Personalvorstand Martin Seiler erklärte, der Konzern stelle weiter auf einem absoluten Rekordniveau ein, allein 24.000 Mitarbeiter seien es in diesem Jahr. Da der Arbeitsmarkt aber immer enger werde, würden ausländischen Fachkräfte perspektivisch immer wichtiger für die Bahn. Die beiden Azubis aus Tunesien seien nun mit Mitte 20 mit einem One-Way-Ticket nach Deutschland gekommen; er habe für diesen Schritt größten Respekt.

BA-Chefin Andrea Nahles erklärte, "Deutschland braucht Fachkräfte aus dem Ausland, damit der Arbeitsmarkt weiterhin funktioniert". Erst bei einer jährlichen Nettozuwanderung von 400.000 Menschen bleibe das Niveau bei den Erwerbskräften konstant. "Es ist wichtig, die Fachkräfteeinwanderung zu vereinfachen und bürokratische Hürden zu überwinden, um Fachkräfte aus anderen Staaten für unseren Arbeitsmarkt zu begeistern", erklärte Nahles.

Umgesetzt wird das mit einem Pilotprojekt der Europäischen Union und des Entwicklungsministeriums zwischen Nordafrika und Europa. Dieses berate und schule die Arbeitsagenturen in Tunesien, Marokko und Ägypten und verknüpfe sie mit den Arbeitsagenturen in Belgien, Frankreich und Deutschland.

In dem Projekt seien bislang 234 Auszubildende und 44 Fachkräfte aus Tunesien, Marokko und Ägypten an Betriebe in Deutschland vermittelt worden, darunter die Branchen Hotel- und Gaststätten, Elektro, Metallverarbeitung, Sanitär-Heizung-Klimatechnik, Logistik, Bäckerhandwerk, Baugewerbe und Fachinformatik. Zuvor hatten sie Kurse absolviert, in denen sie Deutschkenntnisse erworben haben und auf die deutsche Arbeitskultur und das Leben in Deutschland vorbereitet wurden.

(L.Møller--DTZ)

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