Deutsche Tageszeitung - Streiks und Demonstrationen in Frankreich weiten sich aus

Streiks und Demonstrationen in Frankreich weiten sich aus


Streiks und Demonstrationen in Frankreich weiten sich aus

Die seit etwa drei Wochen andauernden Streiks an französischen Raffinerien haben sich am Dienstag auf die Eisenbahn, den Pariser Nahverkehr und weitere Branchen ausgeweitet. Auch Gymnasien, Berufsschulen, Atomkraftwerke und ein Elektrizitätswerk waren betroffen. Zehntausende Menschen gingen im ganzen Land auf die Straße. Während das Innenministerium von 107.000 Teilnehmern an Demonstrationen im ganzen Land sprach, bezifferte die Gewerkschaft die Zahl auf fast 300.000.

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Mehrere Gewerkschaften und linke Oppositionspolitiker hatten zu den Protesten gegen hohe Preise und die geplante Rentenreform aufgerufen. In zahlreichen Städten gingen Menschen auf die Straße. Unter anderem bewegte sich am Nachmittag ein Protestzug in Paris, am Rande kam es zu Ausschreitungen. Schwarz gekleidete Demonstrierende schlugen Schaufenster ein und zielten mit Wurfgeschossen auf die Sicherheitskräfte. Laut Innenministerium wurden elf Beteiligte festgenommen, neun Polizisten seien verletzt worden.

Bei der Bahn fielen in erster Linie Regionalzüge aus. In Paris waren vor allem Busse und einige der Vorortszüge betroffen. Viele Menschen, die von zu Hause arbeiten können, verzichteten am Dienstag auf die Fahrt an den Arbeitsplatz.

Die Gewerkschaften ließen zunächst offen, ob sie den Streik verlängern wollten. "Das entscheiden die Beschäftigten", sagte CGT-Gewerkschaftsführer Philippe Martinez. Viele Franzosen sorgen sich angesichts der am Freitag beginnenden Schulferien um ihre geplanten Reisen.

Unterdessen hält auch der Streik an vier Raffinerien von TotalEnergies und mehreren Treibstofflagern weiter an. Regierungssprecher Olivier Véran sagte, dass die Regierung weiterhin Personal zum Dienst verpflichten wolle.

Bereits am Sonntag hatte es in Paris eine Demonstration gegen hohe Preise und "Klima-Passivität" gegeben, an der sich etwa 30.000 Menschen beteiligt hatten. Das linke Oppositionsbündnis Nupes hofft auf Druck von der Straße auf die Regierung von Präsident Emmanuel Macron, der das Renteneintrittsalter von 62 auf 65 Jahre hochsetzen will.

(S.A.Dudajev--DTZ)

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