Deutsche Tageszeitung - Mitarbeiter erschießt in Walmart-Supermarkt in den USA sechs Menschen

Mitarbeiter erschießt in Walmart-Supermarkt in den USA sechs Menschen


Mitarbeiter erschießt in Walmart-Supermarkt in den USA sechs Menschen
Mitarbeiter erschießt in Walmart-Supermarkt in den USA sechs Menschen / Foto: © AFP/Archiv

Beim zweiten tödlichen Schusswaffenangriff in den USA innerhalb weniger Tage hat ein Mitarbeiter in einem Walmart-Supermarkt sechs Menschen erschossen. Mindestens vier weitere Menschen wurden bei der Attacke in der Stadt Chesapeake im Ostküstenstaat Virginia verletzt, wie Polizeichef Mark Solesky am Mittwoch sagte. Der mit einer Pistole bewaffnete Angreifer nahm sich offenbar am Tatort das Leben: Er starb laut Solesky vermutlich durch eine "selbst zugefügte Schussverletzung". Das Motiv für die Bluttat war zunächst unklar.

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Der erste Notruf ging dem Polizeichef zufolge am Dienstagabend um 22.12 Uhr (Ortszeit; 04.12 Uhr MEZ) bei der Polizei ein, als der Supermarkt noch geöffnet war. Die ersten Polizisten trafen nur zwei Minuten später vor Ort ein und betraten das Gebäude weitere zwei Minuten später.

Die Polizei machte zunächst keine näheren Angaben zur Identität des Täters und der Opfer. Unklar war zunächst auch die Schwere der Verletzungen der vier Menschen, die nach der Attacke in Krankenhäusern behandelt wurden.

Chesapeake liegt südlich der Stadt Norfolk und rund 240 Kilometer südöstlich der US-Hauptstadt Washington. Der Angriff ereignete sich nur zwei Tage vor dem Feiertag Thanksgiving - für viele das wichtigste Familienfest in den USA, das viele im Vorfeld zu Großeinkäufen in die Supermärkte treibt. Walmart, das größte Einzelhandelsunternehmen der USA, äußerte sich "schockiert über diesen tragischen Vorfall". Der Konzern bete für die Betroffenen und arbeite eng mit den Behörden zusammen.

Die Landessenatorin Louise Lucas schrieb im Onlinedienst Twitter, sie sei "völlig untröstlich". Sie werde "nicht ruhen, bis wir Lösungen finden, um diese Epidemie der Schusswaffengewalt in unserem Land zu beenden", fügte die Politikerin der Demokratischen Partei von Präsident Joe Biden hinzu.

In den USA kommt es immer wieder zu Schusswaffenattacken mit vielen Toten. Erst am Sonntag hatte ein 22-jähriger Mann im US-Bundesstaat Colorado das Feuer in einem LGBTQ-Nachtclub eröffnet und dabei fünf Menschen getötet. Eine Woche zuvor hatte ein Student an einer Universität im Bundesstaat Virginia drei Mitstudenten erschossen. In diesem Jahr ereigneten sich nach Angaben der Internetseite Gun Violence Archive bereits mehr als 600 Vorfälle, bei denen jeweils mindestens vier Menschen durch Schusswaffen verletzt oder getötet wurden.

Das Waffenrecht gehört zu den strittigsten Themen in den USA. Während demokratische Politiker und von den Demokraten regierte Bundesstaaten in der Regel für striktere Waffengesetze eintreten, halten die Republikaner und konservative Bundesstaaten dagegen. Sie pochen auf das in der US-Verfassung festgeschriebene Grundrecht auf Waffenbesitz.

Die Republikaner haben in den vergangenen Jahrzehnten wiederholt deutliche Verschärfungen des Waffenrechts auf Bundesebene verhindert. Nach dem Blutbad an einer Grundschule in der texanischen Kleinstadt Uvalde im Mai, bei dem ein 18-Jähriger 19 Kinder und zwei Lehrerinnen erschossen hatte, konnte sich der Kongress nur auf eine leichte Gesetzesverschärfung einigen. Präsident Biden fordert seit langer Zeit ein Verbot des Verkaufs halbautomatischer Gewehre - allerdings ohne Erfolg.

(M.Dylatov--DTZ)

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