Deutsche Tageszeitung - Fed-Chef stellt baldige Verlangsamung bei US-Leitzinserhöhungen in Aussicht

Fed-Chef stellt baldige Verlangsamung bei US-Leitzinserhöhungen in Aussicht


Fed-Chef stellt baldige Verlangsamung bei US-Leitzinserhöhungen in Aussicht
Fed-Chef stellt baldige Verlangsamung bei US-Leitzinserhöhungen in Aussicht / Foto: © AFP

Der Chef der US-Notenbank Fed, Jerome Powell, hat eine baldige Verlangsamung der Leitzinserhöhungen im Kampf gegen die hohe Inflation in Aussicht gestellt. "Der Zeitpunkt, das Tempo bei den Zinsanhebungen zu mäßigen, könnte schon beim Dezember-Treffen kommen", sagte Powell am Mittwoch bei einer Rede in der Denkfabrik Brookings Institution. Er betonte zugleich, die Geldpolitik müsse noch für "einige Zeit" strikt bleiben, um wieder Preisstabilität herzustellen.

Textgröße ändern:

Im Kampf gegen die hartnäckig hohe Inflation hat die Fed den Leitzins in diesem Jahr schon sechs Mal angehoben, darunter zuletzt vier Mal in Folge um 0,75 Prozentpunkte. Derzeit liegt das Zinsniveau zwischen 3,75 und 4,0 Prozent und damit auf dem höchsten Niveau seit Januar 2008. Über die nächste Leitzinserhöhung entscheidet das zuständige Gremium der Notenbank bei seinem nächsten Treffen am 13. und 14. Dezember.

Experten befürchten, dass ein zu hartes Vorgehen zur Eindämmung der Inflation die Konjunktur abwürgen könnte. Die US-Wirtschaft war in den ersten zwei Quartalen des Jahres geschrumpft. Im dritten Quartal wuchs sie laut neuesten Zahlen dann wieder um 0,7 Prozent.

Anleger reagierten erfreut auf Powells Äußerungen vom Mittwoch. Der Aktienindex Dow Jones schloss mit einem Plus von 2,17 Prozent, der Technologieindex Nasdaq legte sogar um 4,41 Prozent zu. Um 3,08 Prozent stieg der breit angelegte Index S&P 500.

Die Inflation in den USA war im Juni angetrieben vom russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine auf 9,1 Prozent gestiegen, den höchsten Wert seit über 40 Jahren. In der Folge sank die Inflation zwar auf zuletzt 7,7 Prozent; das liegt aber nach wie vor weit über der Fed-Zielmarke von zwei Prozent. Weltweit haben viele Länder mit einer sehr hohen Inflation zu kämpfen.

(M.Dylatov--DTZ)

Empfohlen

Argentinien bietet Ausländern im Gegenzug für Investitionen Staatsbürgerschaft an

Argentinien will ab Ende des Jahres Ausländern, die mindestens 350.000 Dollar (rund 311.000 Euro) in dem Land investieren, die argentinische Staatsbürgerschaft anbieten. Das Programm zum Erwerb der Staatsbürgerschaft im Gegenzug für eine "Investition" sieht "zwei einfache und transparente Mechanismen" vor, wie die Regierung des ultrarechten Präsidenten Javier Milei am Samstag mitteilte.

Medien: Trump will Geheimdienstchef Clayton zum KI-Berater ernennen

US-Präsident Donald Trump will Geheimdienstdirektor Jay Clayton offenbar zu seinem neuen Beauftragten für Künstliche Intelligenz (KI) ernennen. Die Sender CNN, CBS News und andere Medien berichteten am Freitag, Trump werde den 60-Jährigen voraussichtlich in Kürze nominieren.

Studie offenbart Gewinne des niederländischen Königshauses durch Kolonialismus

Der niederländische König Willem-Alexander hat sich am Freitag zutiefst beeindruckt von den Ergebnissen einer Studie über die Profite des Königshauses aus Kolonialismus und Sklaverei gezeigt. Die vom König 2022 in Auftrag gegebene Untersuchung kommt zu dem Schluss, dass das Königshaus den Kolonialismus über Jahrhunderte als rechtmäßige Quelle der Bereicherung für das Land betrachtete.

Macron: G7 geben bis zu 100 Millionen Barrel Diesel und Rohöl frei

Die G7-Länder haben sich auf die Freigabe von bis zu 100 Millionen Barrel Diesel und Rohöl geeinigt. Dies solle in den kommenden vier Monaten geschehen, erklärte der französische Präsident Emmanuel Macron anlässlich einer Videokonferenz der G7-Vertreter zur Energiekrise am Freitag. US-Präsident Donald Trump hatte die europäischen Partner zur Freigabe von Reserven gedrängt, um die Verbraucherpreise zu senken.

Textgröße ändern: