Deutsche Tageszeitung - 2070 könnten etwa 90 Millionen Menschen in Deutschland leben

2070 könnten etwa 90 Millionen Menschen in Deutschland leben


2070 könnten etwa 90 Millionen Menschen in Deutschland leben
2070 könnten etwa 90 Millionen Menschen in Deutschland leben / Foto: © AFP/Archiv

Bleibt die Zuwanderung auf dem Niveau des vergangenen Jahrzehnts, könnten im Jahr 2070 etwa 90 Millionen Menschen in Deutschland leben. Aufgrund der starken Zuwanderung aus der Ukraine wird die Bevölkerungszahl bereits dieses Jahr auf rund 84 Millionen steigen, wie das Statistische Bundesamt am Freitag in seiner in Berlin vorgestellten sogenannten Bevölkerungsvorausberechnung mitteilte. Demnach sind ab 2023 verschiedene Szenarien möglich.

Textgröße ändern:

Bei einer moderaten Entwicklung von Geburtenhäufigkeit, Lebenserwartung und Nettozuwanderung von durchschnittlich 290.000 Menschen pro Jahr würde die Bevölkerung bis 2031 auf 85 Millionen Menschen anwachsen und bis 2070 auf 83 Millionen zurück fallen. Bei einer niedrigen Nettozuwanderung von durchschnittlich 180.000 Menschen pro Jahr würde die Bevölkerungszahl im Jahr 2070 auf 75 Millionen sinken. Kommen im Schnitt 400.000 Menschen im Jahr nach Deutschland, würde die Bevölkerung auf 90 Millionen anwachsen.

Bis Mitte der 2030er Jahre wird die Zahl der Rentner laut Statistik um etwa vier Millionen Menschen auf mindestens 20 Millionen steigen. Die Zahl der über 80-Jährigen wird bis dahin relativ konstant bleiben. Danach wird sie allerdings ansteigen, gleichzeitig nimmt dann voraussichtlich auch der Pflegebedarf massiv zu.

"Ab Mitte der 2030er Jahre rücken die Babyboomerjahrgänge in die Altersgruppe der ab 80-Jährigen auf", erklärte Karsten Lummer vom Statistischen Bundesamt. In den 2050er und 2060er Jahren könnten zwischen sieben und zehn Millionen hochaltrige Menschen in Deutschland leben.

Von der Alterung werden vor allem die westdeutschen Flächenländer und die Stadtstaaten Hamburg, Berlin und Bremen betroffen sein. Dort wird die Zahl der Menschen ab 67 Jahren bis 2040 voraussichtlich um 28 bis 35 Prozent steigen.

Im Osten, wo die Bevölkerung bereits heute deutlich älter ist als im Westen, wird die Zahl bis Ende der 2030er Jahre um zehn bis 17 Prozent steigen. Anschließend wird sie wieder auf das Niveau von 2021 fallen.

In den Stadtstaaten ist zu erwarten, dass die Zahl der Senioren bis 2070 fast kontinuierlich steigen wird. 2070 wird sie dort voraussichtlich um 57 bis 65 Prozent höher sein als 2021.

Derzeit sind 51,4 Millionen Menschen im erwerbsfähigen Alter zwischen 20 und 66 Jahren. Diese Zahl wird in den nächsten 15 Jahren sinken: Selbst bei einer hohen Zuwanderung würde sie bis Mitte der 2030er Jahre um 1,6 Millionen Menschen sinken. Bei einer niedrigen Zuwanderung könnten es 4,8 Millionen weniger sein.

Die Bevölkerungsvorausberechnung basiert auf Annahmen zu Geburtenhäufigkeit, Lebenserwartung und Zuwanderung. Sie liefern "Wenn-Dann-Aussagen" und zeigen, wie sich die Bevölkerung unter verschiedenen Annahmen verändern würde. Daher sind sie keine Prognosen.

(P.Hansen--DTZ)

Empfohlen

Argentinien bietet Ausländern im Gegenzug für Investitionen Staatsbürgerschaft an

Argentinien will ab Ende des Jahres Ausländern, die mindestens 350.000 Dollar (rund 311.000 Euro) in dem Land investieren, die argentinische Staatsbürgerschaft anbieten. Das Programm zum Erwerb der Staatsbürgerschaft im Gegenzug für eine "Investition" sieht "zwei einfache und transparente Mechanismen" vor, wie die Regierung des ultrarechten Präsidenten Javier Milei am Samstag mitteilte.

Medien: Trump will Geheimdienstchef Clayton zum KI-Berater ernennen

US-Präsident Donald Trump will Geheimdienstdirektor Jay Clayton offenbar zu seinem neuen Beauftragten für Künstliche Intelligenz (KI) ernennen. Die Sender CNN, CBS News und andere Medien berichteten am Freitag, Trump werde den 60-Jährigen voraussichtlich in Kürze nominieren.

Studie offenbart Gewinne des niederländischen Königshauses durch Kolonialismus

Der niederländische König Willem-Alexander hat sich am Freitag zutiefst beeindruckt von den Ergebnissen einer Studie über die Profite des Königshauses aus Kolonialismus und Sklaverei gezeigt. Die vom König 2022 in Auftrag gegebene Untersuchung kommt zu dem Schluss, dass das Königshaus den Kolonialismus über Jahrhunderte als rechtmäßige Quelle der Bereicherung für das Land betrachtete.

Macron: G7 geben bis zu 100 Millionen Barrel Diesel und Rohöl frei

Die G7-Länder haben sich auf die Freigabe von bis zu 100 Millionen Barrel Diesel und Rohöl geeinigt. Dies solle in den kommenden vier Monaten geschehen, erklärte der französische Präsident Emmanuel Macron anlässlich einer Videokonferenz der G7-Vertreter zur Energiekrise am Freitag. US-Präsident Donald Trump hatte die europäischen Partner zur Freigabe von Reserven gedrängt, um die Verbraucherpreise zu senken.

Textgröße ändern: