Deutsche Tageszeitung - Vergleichsportal: Zwei von drei Banken zahlen immer noch keine Zinsen auf Tagesgeld

Vergleichsportal: Zwei von drei Banken zahlen immer noch keine Zinsen auf Tagesgeld


Vergleichsportal: Zwei von drei Banken zahlen immer noch keine Zinsen auf Tagesgeld
Vergleichsportal: Zwei von drei Banken zahlen immer noch keine Zinsen auf Tagesgeld / Foto: © AFP/Archiv

Trotz vier Leitzinserhöhungen im Euroraum im vergangenen Jahr zahlen die meisten Banken in Deutschland noch immer keine Zinsen für Guthaben auf dem Tagesgeldkonto. 397 von 626 ausgewerteten Banken und Sparkassen weisen einen Tagesgeldzinssatz von 0,00 Prozent aus, wie eine am Freitag veröffentlichte Analyse des Vergleichsportals Verivox ergab. Die Institute, die Zinsen zahlen, überbieten sich dagegen mit immer höheren Tagesgeldzinsen - sie werben damit um neue Kunden.

Textgröße ändern:

Die regionalen Kreditinstitute knausern der Verivox-Analyse zufolge besonders häufig beim Zins: Bei 74 Prozent der örtlichen Sparkassen werfen Tagesgeldanlagen keine Zinserträge ab. Unter den genossenschaftlichen Kreditinstituten wie den lokalen Volks- und Raiffeisenbanken und den Sparda-Banken liegt dieser Anteil demnach etwas geringer. Bei den regionalen Genossenschaftsbanken beträgt er 65 Prozent.

Bei den Banken mit einem bundesweit verfügbaren Tagesgeldangebot sind Nullzinsen dagegen seltener: Von ihnen bieten 15 Prozent ihren Kundinnen und Kunden keine Verzinsung, wie Verivox mitteilte. Der Durchschnittszins für eine Anlagesumme von 10.000 Euro liegt hier demnach bei 0,54 Prozent. Bei den örtlichen Sparkassen beträgt der Satz im Schnitt nur 0,05 Prozent, bei den genossenschaftlichen Kreditinstituten 0,06 Prozent.

Top-Banken mit Sitz im europäischen Ausland zahlen laut Vergleichsportal schon bis zu 2,20 Prozent. Unter den deutschen Kreditinstituten bietet die Ford Bank laut Verivox mit 1,25 Prozent derzeit den höchsten Tagesgeldzins, der für Neu- und Bestandskunden gleichermaßen gilt.

Verivox recherchiert nach eigenen Angaben fortlaufend die ausgewiesenen Konditionen auf den Websites von rund 1300 Banken und Sparkassen. In die aktuelle Analyse flossen sämtliche 626 Banken mit Tagesangeboten ein, die ihre Zinsen frei zugänglich online veröffentlichen. Ausgewertet wurden die Konditionen für 10.000 Euro Anlagesumme.

(V.Varonivska--DTZ)

Empfohlen

Frankreichs Regierung stellt Haushaltsentwurf vor

Die französische Regierung will am Donnerstag (ab 08.30 Uhr) ihren Haushaltsentwurf für 2027 vorstellen. Dieser soll dann im Herbst in der Nationalversammlung debattiert werden. Parallel dazu könnte es zu Protesten in der Bevölkerung kommen. Premierminister Sébastien Lecornu hatte bereits Einsparungen in Höhe von 54 Milliarden Euro in Aussicht gestellt. Derzeit steht Frankreich finanziell so schlecht da wie lange nicht.

Erneuter Tankrabatt tritt in Kraft

Am Donnerstag tritt der von der Bundesregierung beschlossene Tankrabatt in Kraft. Bis zum 31. Dezember sinken damit die Steuersätze auf Benzin und Diesel um jeweils rund 17 Cent pro Liter. Hintergrund sind die massiv gestiegenen Preise für Benzin und Diesel, die durch die Verwerfungen auf den Ölmärkten wegen des Iran-Kriegs deutlich in die Höhe geschnellt sind. Veranschlagt werden für die Maßnahme 2,5 Milliarden Euro.

Trump droht früherem Fed-Chef Powell mit neuen Ermittlungen

US-Präsident Donald Trump hat dem früheren Zentralbankchef Jerome Powell mit neuen strafrechtlichen Ermittlungen gedroht - obwohl staatliche Aufseher Trumps Betrugsvorwürfe entkräftet haben. Powell müsse wegen "Korruption oder Unfähigkeit" verklagt werden, schrieb der Präsident am Mittwoch in einer langen Botschaft in seinem Onlinedienst Truth Social. Trump hatte Powell überzogene Kosten bei der Renovierung des Zentralbankgebäudes in Washington unterstellt.

Israel: Flydubai-Maschine entgeht laut Regierung knapp einem Terroranschlag

Ein Linienflugzeug der Fluggesellschaft Flydubai ist auf dem Weg von Dubai nach Tel Aviv nach Einschätzung der israelischen Regierung knapp einem Terroranschlag entgangen. Der Copilot habe den Piloten niedergestochen und versucht, das Flugzeug mit 174 Passagieren an Bord zum Absturz zu bringen, sagte Ministerpräsident Benjamin Netanjahu am Mittwoch. Verteidigungsminister Israel Katz sprach von einem "versuchten dschihadistischen Terroranschlag", Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) von einem "versuchten Entführungsfall".

Textgröße ändern: