Deutsche Tageszeitung - EU-Wirtschaft wächst wider Erwarten - IWF korrigiert globale Prognosen nach oben

EU-Wirtschaft wächst wider Erwarten - IWF korrigiert globale Prognosen nach oben


EU-Wirtschaft wächst wider Erwarten - IWF korrigiert globale Prognosen nach oben
EU-Wirtschaft wächst wider Erwarten - IWF korrigiert globale Prognosen nach oben / Foto: © AFP/Archiv

Das befürchtete Schrumpfen der Wirtschaft in den Euro-Ländern ist im Ukraine-Krieg vorerst ausgeblieben. Zwischen Oktober und Dezember des vergangenen Jahres wuchs das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Euroraum um 0,1 Prozent im Quartalsvergleich, wie das EU-Statistikamt Eurostat am Dienstag nach einer Schnellschätzung mitteilte. Auch der Internationale Währungsfonds verbreitete leichten Optimismus und korrigierte seine Prognosen für die Weltwirtschaft nach oben.

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Für Deutschland sowie Italien erklärte die Organisation mit Sitz in Washington, dass eine Rezession eventuell vermieden werden könne. Insgesamt erweise sich Europa angesichts der Auswirkungen des Ukraine-Krieges "widerstandsfähiger als erwartet". Im Oktober hatte die Finanzinstitution noch vorhergesagt, dass Deutschland und Italien 2023 in die Rezession rutschen würden.

Nach den Zahlen von Eurostat erwies sich die Wirtschaft in den Euro-Ländern bislang insgesamt stabiler als vermutet. Das Jahreswachstum übertraf mit 3,5 Prozent sogar das in China mit 3,0 Prozent im vergangenen Jahr und den USA mit 2,1 Prozent. Dem Euroraum gehören mit dem Neuling Kroatien seit dem Jahreswechsel 20 EU-Länder an.

Hervor sticht etwa Portugal, das mit 6,7 Prozent das stärkste Wirtschaftswachstum seit 35 Jahren verzeichnete. Auch Frankreich übertraf im vierten Quartal des vergangenen Jahres die Erwartungen der Analysten: Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) nahm um 0,2 Prozent zu, anstatt zu sinken. Über das Jahr gesehen bleibt ein Wirtschaftswachstum von 2,6 Prozent.

Für Deutschland hingegen hatten die Statistiker am Montag ihre Prognosen leicht nach unten korrigiert, auf 1,8 Prozent Wachstum über das Jahr. Die Entwicklung im vierten Quartal war leicht negativ. Österreich verzeichnete im vierten Quartal einer ersten Schätzung zufolge sogar einen stärkeren Abschwung um 0,7 Prozent.

Trotz der merklichen Probleme vielerorts insbesondere zum Jahresende 2022 hob der IWF seine globale Wachstumserwartung für 2023 von 2,7 auf 2,9 Prozent. Zwar ist dies im historischen Vergleich ein eher niedriger Wert, aber "die negativen Risiken haben sich abgeschwächt" seit der Prognose vom Oktober letzten Jahres, erklärte die Organisation. "Das kommende Jahr wird immer noch schwierig sein (...) aber es könnte durchaus einen Wendepunkt darstellen", sagte IWF-Chefvolkswirt Pierre-Olivier Gourinchas.

Positive Zeichen kamen insbesondere auch aus China. Die Aktivität im verarbeitenden Gewerbe legte dort im Januar nach vier rückläufigen Monaten einen unerwarteten Aufschwung hin. Der sogenannte Einkaufsmanagerindex (PMI), den die nationale Statistikbehörde am Dienstag veröffentlichte, stieg von 47 Punkten im Dezember auf 50,1 Punkte. Ab einem Wert von 50 Punkten nimmt die Produktion zu. Analysten waren erneut von einem leichten Rückgang der gewerblichen Aktivität mit einem Indexwert von 49,7 Punkten ausgegangen.

Die chinesischen Behörden hatten im Dezember eine scharfe Kehrtwende in ihrer Corona-Politik vollzogen und innerhalb von kurzer Zeit so gut wie alle Einschränkungen des öffentlichen Lebens zurückgenommen. Lockdowns schon bei wenigen Fällen hatten zuvor monatelang den Konsum gedrückt und die Produktion wegen Werksschließungen beeinträchtigt.

Zunächst war die wirtschaftliche Aktivität im Land mit der Rücknahme der Corona-Maßnahmen und einer Explosion der Ansteckungszahlen aber weiter zurückgegangen. Die Fallzahlen gehen mittlerweile jedoch wieder zurück. Der Aufschwung ist dennoch unerwartet, weil die Fabriken wegen der chinesischen Neujahrsfeiern im Januar praktisch eine Woche lang still standen.

(Y.Leyard--DTZ)

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