Deutsche Tageszeitung - Verbraucherpreise im Februar erneut stark gestiegen

Verbraucherpreise im Februar erneut stark gestiegen


Verbraucherpreise im Februar erneut stark gestiegen
Verbraucherpreise im Februar erneut stark gestiegen / Foto: © AFP/Archiv

Die Verbraucherpreise sind im Februar erneut stark angestiegen. Einer ersten Schätzung des Statistischen Bundesamts zufolge lag die Inflation im Jahresvergleich wie bereits im Januar bei 8,7 Prozent. Bei Energieprodukten verlangsamte sich der Preisanstieg demnach leicht, dafür legte er bei Lebensmitteln und Dienstleistungen zu.

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Der Preisanstieg bei Energie betrug demnach 19,1 Prozent. Die Statistiker sehen hier eine "leichte Entspannung" unter anderem wegen der Entlastungsmaßnahmen der Bundesregierung. Im Januar hatte der Preisanstieg bei Energie im Jahresvergleich noch bei 23,1 Prozent gelegen.

Nahrungsmittel verteuerten sich den vorläufigen Berechnungen zufolge um 21,8 Prozent. Hier lag der Anstieg etwas über dem Niveau der Vormonate. Auch bei Dienstleistungen fiel die Inflation mit 4,7 Prozent höher aus.

Im Vergleich zum Vormonat Januar stiegen die Verbraucherpreise laut Statistikamt um 0,8 Prozent. Weitere Angaben etwa zu Preissteigerungen bei Energie oder Nahrungsmitteln im Monatsvergleich machten die Statistiker vorerst nicht. Die endgültigen Ergebnisse wollen sie am 10. März vorlegen.

Die Preissteigerungen bei Lebensmitteln und Dienstleistungen hätten die leichten Ermäßigungen durch die Energiepreisbremsen der Bundesregierung "neutralisiert", erklärte Christoph Swonke, Konjunkturanalyst der DZ BANK. Die Preisbremsen gelten zwar erst ab März, sie greifen aber rückwirkend auch für Januar und Februar und schlagen sich deshalb bereits in der Inflation nieder.

"Mit Blick auf die kommenden Monate wird sich an der aktuellen Entwicklung nur wenig ändern", erwartet Swonke. "Die Energiekosten dürften leicht abnehmen, die Lebensmittelpreise dagegen weiter erhöht bleiben. Die Teuerung wird so nur langsam sinken."

Sebastian Dullien, wissenschaftlicher Direktor des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung, rechnet dennoch bis 2024 mit einer Rückkehr der Inflation in die Nähe des von der Europäischen Zentralbank (EZB) ausgewiesenen Ziels von zwei Prozent. "Der anhaltend hohe Inflationsdruck bei Lebensmitteln und Dienstleistungen dürfte vor allem auf indirekte Inflationseffekte durch die teure Energie zurückzuführen sein", erklärte er. "Mit dem Abklingen der Energieinflation dürfte in den kommenden Monaten mit etwas Verzögerung auch der Druck von diesen indirekten Effekten abnehmen."

Carsten Brzeski, Analyst der ING-Bank, erwartet wegen der anhaltend hohen Kerninflation - also der Anstieg der Verbraucherpreise ausschließlich Lebensmittel und Energie - weitere Leitzinserhöhungen. "Die EZB wird die Zinssätze weiter erhöhen und keine Zinssenkungen in Betracht ziehen."

(I.Beryonev--DTZ)

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