Deutsche Tageszeitung - Erneuerbare deckten von Januar bis März rund 50 Prozent des Stromverbrauchs

Erneuerbare deckten von Januar bis März rund 50 Prozent des Stromverbrauchs


Erneuerbare deckten von Januar bis März rund 50 Prozent des Stromverbrauchs
Erneuerbare deckten von Januar bis März rund 50 Prozent des Stromverbrauchs / Foto: © AFP/Archiv

Die erneuerbaren Energien in Deutschland haben in den ersten drei Monaten des Jahres rund die Hälfte des hierzulande verbrauchten Stroms geliefert. Insgesamt erzeugten Windkraft-, Solar- oder Biogasanlagen rund 69 Milliarden Kilowattstunden Strom, wie das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) und der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) am Freitag mitteilten. Allein die Windenergie an Land produzierte demnach 38 Milliarden Kilowattstunden Strom und lieferte damit mehr als ein Viertel des Strombedarfs.

Textgröße ändern:

Der prozentuale Anstieg des Erneuerbaren-Anteils sei allerdings zum Teil auch auf den krisenbedingt gesunkenen Stromverbrauch zurückzuführen, erklärten ZSW und BDEW. Er lag im ersten Quartal gut sechs Prozent unter dem des Vorjahreszeitraums. Da die Erneuerbaren-Quote als Anteil am Stromverbrauch bemessen wird, erhöhe ein niedrigerer Verbrauch die Quote und umgekehrt.

"Egal, ob für Energiewende, Wärmewende, Verkehrswende oder Wasserstoffhochlauf: Um die Klimaziele zu erreichen, brauchen wir noch viel mehr grünen Strom als wir heute haben", mahnte BDEW-Hauptgeschäftsführerin Kerstin Andreae. Die Bundesregierung habe hierzu bereits einige Maßnahmen angestoßen. Nun gehe es um die Umsetzung - zum Beispiel von schnelleren Planungs- und Genehmigungsverfahren. Andreae forderte hierzu eine "Gelingenshaltung bis in jede Amtsstube".

Gleichzeitig müsse Deutschland den Netzaus- und -umbau vorantreiben, einen Markt für Wasserstoff schaffen und die Weichen dafür stellen, dass sich auch Investitionen in steuerbare Stromerzeugungskapazitäten lohnen. "So kann die Energiewende zum Erfolg werden."

ZSW-Chef Frithjof Staiß forderte eine auch länderübergreifende Dynamik beim Ausbau der erneuerbaren Stromerzeugung in Europa und nannte den Nordsee-Gipfel in Ostende als positives Beispiel. Dort vereinbarten neun Staaten, die Windkraftleistung in der Nordsee bis 2030 massiv auszubauen.

Den Berechnungen zufolge wurden im ersten Quartal insgesamt 148 Milliarden Kilowattstunden Strom produziert. Das waren acht Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.

Aus regenerativen Quellen stammten rund 69 Milliarden Kilowattstunden Strom: 38 Milliarden aus Windkraftanlagen an Land, knapp acht Milliarden aus Solaranlagen, gut elf Milliarden aus Biomasse, sieben Milliarden aus Wind auf See und vier Milliarden aus Wasserkraft.

Gemessen an der Stromerzeugung betrug der Anteil der erneuerbaren Energien im ersten Quartal rund 47 Prozent. Die Bruttostromerzeugung umfasst die gesamte in Deutschland erzeugte Strommenge, also auch die exportierten Strommengen.

(W.Uljanov--DTZ)

Empfohlen

UNHCR: Kürzung von Hilfgeldern gefährdet 8,3 Millionen Flüchtlinge und Vertriebene

Aufgrund der massiven Kürzung von Hilfsgeldern könnten nach UN-Angaben fast 8,3 Millionen Flüchtlinge und Vertriebene ihre lebenswichtige Unterstützung durch das UN-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) verlieren. "Die Fähigkeit des UNHCR, Flüchtlinge, Binnenvertriebene und Staatenlose zu schützen und zu unterstützen, wird durch einen anhaltenden und sich verschärfenden Finanzierungsengpass untergraben", hieß es am Dienstag in einem Bericht der Organisation.

Erneut weniger Kleinkinder in Betreuung wegen sinkender Geburtenzahlen

Wegen der sinkenden Geburtenzahlen ist die Zahl der Kinder unter drei Jahren in einer Kindertagesbetreuung das dritte Jahr in Folge gesunken. Wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Dienstag mitteilte, wurden zum Stichtag 1. März dieses Jahres 756.700 Kinder unter drei Jahren etwa in Kitas, Krippen oder bei Tagesmüttern betreut - das waren 5,6 Prozent weniger als ein Jahr zuvor.

Deutsche Bahn informiert über Sanierung der Strecke Berlin-Hannover

Die Deutsche Bahn (DB) informiert am Dienstag (13.30 Uhr) über die am Donnerstag beginnenden Sanierungsarbeiten an der Strecke zwischen Berlin und Hannover. Leitende Manager des Konzerns erläutern am Haltepunkt Schönhausen in Sachsen-Anhalt die "sehr umfangreichen Bauarbeiten". Die Strecke wird grundsaniert und voraussichtlich bis Ende 2027 für den Fernverkehr voll gesperrt. Die Fahrtzeit verlängert sich wegen nötiger Umleitungen um 80 Minuten.

Verkaufsversuch gescheitert: Biontech schließt drei Standorte in Deutschland

Das Biotechnologieunternehmen Biontech hat die Schließung drei seiner Standorte in Deutschland bestätigt. "Trotz intensiver Bemühungen aller Beteiligten und eines breit angelegten Verkaufsprozesses ist es leider nicht gelungen, einen Kauf zu realisieren", erklärte der Konzern am Montag. Der Standort in Tübingen soll nach Unternehmensangaben zum Ende des Jahres 2027 schließen, jener in Marburg Anfang 2028 und der Standort in Idar-Oberstein Ende 2028.

Textgröße ändern: