Deutsche Tageszeitung - Geywitz gegen Staffelung nach Einkommen bei Hilfen für Heizungstausch

Geywitz gegen Staffelung nach Einkommen bei Hilfen für Heizungstausch


Geywitz gegen Staffelung nach Einkommen bei Hilfen für Heizungstausch
Geywitz gegen Staffelung nach Einkommen bei Hilfen für Heizungstausch / Foto: © AFP

Bundesbauministerin Klara Geywitz (SPD) hat Forderungen aus der SPD-Fraktion zurückgewiesen, die geplante Förderung neuer klimafreundlicher Heizungen stärker nach Einkommen zu staffeln. "Wir wollen, dass die Bürger schnell an ihre Förderung für die Heizung kommen", sagte Geywitz den Zeitungen der Funke-Mediengruppe vom Samstag. "Für so eine individuelle Einkommens- und Vermögensprüfung müsste eine Behörde gegründet werden. Das dauert und jede Prüfung ebenfalls."

Textgröße ändern:

Auch Rufe, die Förderung weiter aufzustocken, hielt Geywitz nicht für angebracht. "Wenn man eine neue Heizung kauft, und der Staat finanziert zwischen 30 und 50 Prozent, ist das schon sehr viel", sagte sie. "Außerdem haben wir Ausnahmeregelungen - etwa für Menschen, die Sozialleistungen beziehen, hochbetagt sind oder eine Immobilie von geringem Wert besitzen."

SPD-Fraktionschef Rolf Mützenich bekräftigte derweil die Forderung nach einer Staffelung. "Es ist kein Geheimnis, dass wir Sozialdemokraten die im Gesetz vorgesehene Förderung nach Einkommen staffeln wollen", sagte er der "Rheinischen Post". Die Fraktion schlage vor, "dass alle, die heute wegen sehr hoher Einkommen weiterhin den Solidaritätszuschlag zahlen müssen, von der Förderung beim Heizungstausch ausgeschlossen werden."

Die Pläne von Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) sehen vor, dass ab 2024 in der Regel nur noch neue Heizungen eingebaut werden sollen, wenn die Wärme zu mindestens 65 Prozent durch erneuerbare Energien erzeugt wird. Die Reform des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) läuft damit in der Praxis auf ein Verbot neuer Öl- und Gasheizungen hinaus. Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) hatte dem Beschluss im Bundeskabinett nur unter Vorbehalt zugestimmt. Nun wird die Vorlage im Parlament verhandelt.

Lindner bekräftigte, er sehe noch eine Reihe von ungeklärten Fragen. "Diese Schwachstellen müssen beseitigt werden", sagte er der Heidelberger "Rhein-Neckar-Zeitung". Es dürfe "nicht zu einer wirtschaftlichen Überforderung" der Betroffenen kommen. Zudem müsse es den Betreibern der Gasnetze ermöglicht werden, die Umstellung überhaupt leisten zu können. Und schließlich wolle die FDP Technologieoffenheit auf dem Weg zu einer klimafreundlichen Wärmeversorgung.

Geywitz (SPD) zeigte sich in diesem Punkt offen für ein Entgegenkommen. "Unser Entwurf sieht vor, dass wasserstofffähige Gasheizungen unter bestimmten Bedingungen eingebaut werden dürfen", sagte sie der Funke-Mediengruppe. "An der Stelle könnte man das Gesetz noch präzisieren." Trotz der Unsicherheiten bei der Verfügbarkeit von Wasserstoff könnte dafür gesorgt werden, "dass auch wasserstofffähige Gasheizungen punktuell zum Einsatz kommen können".

Auch Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) signalisierte grundsätzlich Kompromissbereitschaft. "Übergangsfristen kann man verhandeln, soziale Abfederungen erhöhen", sagte der Grünen-Politiker am Freitagabend in Kiel bei der Veranstaltung "RND vor Ort" des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND). "Die Einkommensgrenze kann man sich noch einmal anschauen."

(M.Dylatov--DTZ)

Empfohlen

Deutsche Bahn informiert über Sanierung der Strecke Berlin-Hannover

Die Deutsche Bahn (DB) informiert am Dienstag (13.30 Uhr) über die am Donnerstag beginnenden Sanierungsarbeiten an der Strecke zwischen Berlin und Hannover. Leitende Manager des Konzerns erläutern am Haltepunkt Schönhausen in Sachsen-Anhalt die "sehr umfangreichen Bauarbeiten". Die Strecke wird grundsaniert und voraussichtlich bis Ende 2027 für den Fernverkehr voll gesperrt. Die Fahrtzeit verlängert sich wegen nötiger Umleitungen um 80 Minuten.

Verkaufsversuch gescheitert: Biontech schließt drei Standorte in Deutschland

Das Biotechnologieunternehmen Biontech hat die Schließung drei seiner Standorte in Deutschland bestätigt. "Trotz intensiver Bemühungen aller Beteiligten und eines breit angelegten Verkaufsprozesses ist es leider nicht gelungen, einen Kauf zu realisieren", erklärte der Konzern am Montag. Der Standort in Tübingen soll nach Unternehmensangaben zum Ende des Jahres 2027 schließen, jener in Marburg Anfang 2028 und der Standort in Idar-Oberstein Ende 2028.

Moskau stellt Russland-Geschäft von deutschem Handelskonzern Metro unter seine Verwaltung

Die russischen Behörden haben das Russland-Geschäft des deutschen Handelskonzerns Metro unter ihre Verwaltung gestellt. Sämtliche Vermögenswerte würden unter "temporäre Verwaltung" an das russische Unternehmen UK Torg RUS übertragen, hieß es in einem am Montag veröffentlichten Dekret des russischen Präsidenten Wladimir Putin. Moskau hatte zuletzt die Russland-Geschäfte mehrerer Konzerne unter russische Verwaltung gestellt, die aus Ländern stammen, die die Ukraine unterstützen.

Korruptionsprozess in Paris: Freiheitsstrafe für Ex-Ministerin Dati gefordert

Im Korruptionsprozess gegen die frühere französische Ministerin und Europaabgeordnete Rachida Dati hat die Anklage eine vierjährige Freiheitsstrafe gefordert. Die Finanzstaatsanwaltschaft forderte am Montag bei dem Prozess in Paris wegen illegaler Lobbyarbeit für die Autobauerallianz Renault-Nissan zudem ein fünfjähriges Ämterverbot für die prominente konservative Politikerin.

Textgröße ändern: