Deutsche Tageszeitung - Tesco-Verwaltungsratschef wegen Vorwurfs sexueller Übergriffe vor dem Rücktritt

Tesco-Verwaltungsratschef wegen Vorwurfs sexueller Übergriffe vor dem Rücktritt


Tesco-Verwaltungsratschef wegen Vorwurfs sexueller Übergriffe vor dem Rücktritt
Tesco-Verwaltungsratschef wegen Vorwurfs sexueller Übergriffe vor dem Rücktritt / Foto: © AFP

Nach Vorwürfen der sexuellen Belästigung wird der Verwaltungsratschef der britischen Supermarktkette Tesco im kommenden Monat sein Amt niederlegen. Tesco teilte am Freitag mit, der 74-jährige John Allan werde bei der Hauptversammlung am 16. Juni nach acht Jahren an der Spitze des Unternehmens zurücktreten. Der "Guardian" hatte vergangene Woche berichtet, Allan habe während der Hauptversammlung 2022 einer Managerin an den Po gefasst.

Textgröße ändern:

Insgesamt würden vier Frauen Anschuldigungen wegen unangemessenen und unprofessionellen Verhaltens gegen Allan vorbereiten, schrieb die Zeitung. Tescos Interimspräsident Byron Grote erklärte am Freitag, obwohl das Unternehmen noch keine entsprechende Klage erhalten habe, könnten die Anschuldigungen Tesco von seinen eigentlichen Aufgaben "ablenken".

Allan ist seit 2015 Chef des Verwaltungsrats des Supermarktriesen. 2018 und 2019 war er zudem Vorsitzender des Unternehmerverbandes CBI. Auch bei einer CBI-Veranstaltung im Mai 2019 soll Allan eine Frau an den Po gefasst haben. Laut "Guardian" machte er 2019 und 2021 "unangemessene Bemerkungen" über weibliche CBI-Angestellte. Der Zeitung zufolge handelte es sich in einigen Fällen um sexuelle Belästigung.

Allan hatte die meisten Anschuldigungen umgehend zurückgewiesen; in einem Fall entschuldigte er sich für seine Kommentare über eine CBI-Angestellte 2019.

Tesco erklärte, das Unternehmen habe nach dem Zeitungsbericht sofort eine unabhängige Untersuchung der Vorwürfe gegen Allan in Auftrag gegeben. Befragungen von Zeugen sowie Videoaufnahmen der Hauptversammlung 2022 hätten keinerlei Beweise ergeben, ebenso wie die Überprüfung seiner gesamten Amtszeit bei Tesco.

Grote dankte Allan für seinen "beachtlichen Beitrag" zum Unternehmen. Tesco sei bei der Suche nach einem Nachfolger "weit fortgeschritten", fügte er hinzu.

(O.Tatarinov--DTZ)

Empfohlen

Verkaufsversuch gescheitert: Biontech schließt drei Standorte in Deutschland

Das Biotechnologieunternehmen Biontech hat die Schließung drei seiner Standorte in Deutschland bestätigt. "Trotz intensiver Bemühungen aller Beteiligten und eines breit angelegten Verkaufsprozesses ist es leider nicht gelungen, einen Kauf zu realisieren", erklärte der Konzern am Montag. Der Standort in Tübingen soll nach Unternehmensangaben zum Ende des Jahres 2027 schließen, jener in Marburg Anfang 2028 und der Standort in Idar-Oberstein Ende 2028.

Moskau stellt Russland-Geschäft von deutschem Handelskonzern Metro unter seine Verwaltung

Die russischen Behörden haben das Russland-Geschäft des deutschen Handelskonzerns Metro unter ihre Verwaltung gestellt. Sämtliche Vermögenswerte würden unter "temporäre Verwaltung" an das russische Unternehmen UK Torg RUS übertragen, hieß es in einem am Montag veröffentlichten Dekret des russischen Präsidenten Wladimir Putin. Moskau hatte zuletzt die Russland-Geschäfte mehrerer Konzerne unter russische Verwaltung gestellt, die aus Ländern stammen, die die Ukraine unterstützen.

Korruptionsprozess in Paris: Freiheitsstrafe für Ex-Ministerin Dati gefordert

Im Korruptionsprozess gegen die frühere französische Ministerin und Europaabgeordnete Rachida Dati hat die Anklage eine vierjährige Freiheitsstrafe gefordert. Die Finanzstaatsanwaltschaft forderte am Montag bei dem Prozess in Paris wegen illegaler Lobbyarbeit für die Autobauerallianz Renault-Nissan zudem ein fünfjähriges Ämterverbot für die prominente konservative Politikerin.

Iranische Anwältin Nasrin Sotudeh erhält Vaclav-Havel-Preis für Menschenrechte

Als erste Iranerin ist die Anwältin Nasrin Sotudeh mit dem Vaclav-Havel-Preis für Menschenrechte ausgezeichnet worden. Sotudeh, die sich gegen die Todesstrafe und gegen den Kopftuchzwang für Frauen im Iran einsetzt, erhielt den Preis für ihr Engagement "trotz wiederholter Verhaftungen, langer Haftstrafen und erheblicher persönlicher Risiken", begründete der Europarat am Montag in Straßburg seine Entscheidung. Die 63-jährige Anwältin brachte in einer Videobotschaft ihre Hoffnung auf "Freiheit" im Iran zum Ausdruck.

Textgröße ändern: