Deutsche Tageszeitung - Al Sharpton hält Trauerrede für getöteten Obdachlosen in New York

Al Sharpton hält Trauerrede für getöteten Obdachlosen in New York


Al Sharpton hält Trauerrede für getöteten Obdachlosen in New York
Al Sharpton hält Trauerrede für getöteten Obdachlosen in New York / Foto: © AFP

Der bekannte US-Bürgerrechtsaktivist Al Sharpton hat die offizielle Trauerrede für den in einer New Yorker U-Bahn durch einen Würgegriff getöteten Obdachlosen Jordan Neely gehalten. Neely sei "fast sein ganzes Erwachsenenleben lang gewürgt worden", sagte Sharpton am Freitag bei der Gedenkfeier in der Mount Neboh Baptist Church im New Yorker Stadtteil Harlem.

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Neely sei "ein Beispiel dafür, wie man Obdachlose und psychisch Kranke erwürgt", sagte Sharpton vor hunderten Trauernden, darunter Neelys Familie und die bekannte linke US-Abgeordnete Alexandria Ocasio-Cortez.

Der auf einem Handyvideo festgehaltene Tod des 30-jährigen Jordan Neely, der in der Vergangenheit als Michael-Jackson-Imitator Geld verdient hatte, hatte Anfang Mai Empörung ausgelöst. Der Afroamerikaner hatte nach Zeugenaussagen in einer U-Bahn angefangen, Passagiere anzuschreien. Er soll aber niemanden körperlich angegriffen haben. Der Passagier Daniel Penny, ein ehemaliger Soldat der US-Marines, überwältigte Neely und nahm ihn auf dem Boden liegend minutenlang in einen Würgegriff.

Neely verlor das Bewusstsein und wurde in ein Krankenhaus gebracht, wo er für tot erklärt wurde. Die Gerichtsmedizin stufte den Fall als Tod durch Fremdverschulden ein, Todesursache war demnach ein Zusammendrücken des Halses.

Der 24-jährige Penny wurde am vergangenen Freitag wegen sogenannten Totschlags zweiten Grades angeklagt und gegen Kaution freigelassen. Ein Rechtshilfefonds zu seiner Unterstützung brachte auf der Plattform GiveSendGo mehr als 1,6 Millionen Dollar ein. Die Seite ist bekannt dafür, Fundraising von Gruppen aus dem antisemitischen und rassistischen Spektrum zuzulassen, die auf anderen Crowdfunding-Seiten verbannt wurden.

Neely war Medienberichten zufolge in der Vergangenheit wiederholt festgenommen worden. Demnach litt er unter psychischen Problemen, nachdem seine Mutter ermordet worden war. Neely war damals ein Jugendlicher.

Sein Tod am 1. Mai berührt zwei Themen, die in New York immer wieder für Schlagzeilen sorgen: die Gesundheitsversorgung von Menschen mit psychischen Problemen in der Millionenstadt und die Sicherheit in der U-Bahn.

(Y.Ignatiev--DTZ)

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