Deutsche Tageszeitung - Merz sieht Rezession der deutschen Wirtschaft als Weckruf für Scholz

Merz sieht Rezession der deutschen Wirtschaft als Weckruf für Scholz


Merz sieht Rezession der deutschen Wirtschaft als Weckruf für Scholz
Merz sieht Rezession der deutschen Wirtschaft als Weckruf für Scholz / Foto: © AFP

Unionsfraktionschef Friedrich Merz (CDU) sieht im Abrutschen der deutschen Wirtschaft in die Rezession einen Weckruf für Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD). "Das muss den Bundeskanzler wachrütteln", sagte Merz der Nachrichtenagentur AFP am Donnerstag. "So wie seine Ampel arbeitet, zweifeln viele Unternehmen an der Zukunft des Standorts Deutschland."

Textgröße ändern:

"Hohe Energiepreise und keine klare Linie in der Wirtschaftspolitik verunsichern Unternehmer und Arbeitnehmer", sagte Merz. Von der "Konzertierten Aktion" des Bundeskanzlers mit den Sozialpartnern zur Bekämpfung der Inflation sei "seit Monaten" nichts mehr zu hören. "Zugleich lässt der Bundeskanzler ein verkorkstes Heizungsgesetz durch sein Kabinett beschließen und lässt seine Koalition beim Industriestrompreis munter streiten", kritisierte der CDU-Chef. Dies sei "das Gegenteil von politischer Führung in einer Krise".

Das Statistische Bundesamt hatte am Donnerstag seine Konjunkturschätzung für den Jahresbeginn nach unten korrigiert. Statt eines Nullwachstums gehen die Wiesbadener Statistiker im ersten Quartal nun von einem Rückgang der Wirtschaftsleistung um 0,3 Prozent im Vergleich zum Vorquartal aus. Im vierten Quartal 2022 war die Wirtschaft bereits um 0,5 Prozent geschrumpft. Bei zwei Quartalen in Folge mit Rückgängen befindet sich eine Volkswirtschaft nach gängiger Definition in einer Rezession.

(W.Uljanov--DTZ)

Empfohlen

Korruptionsprozess in Paris: Freiheitsstrafe für Ex-Ministerin Dati gefordert

Im Korruptionsprozess gegen die frühere französische Ministerin und Europaabgeordnete Rachida Dati hat die Anklage eine vierjährige Freiheitsstrafe gefordert. Die Finanzstaatsanwaltschaft forderte am Montag bei dem Prozess in Paris wegen illegaler Lobbyarbeit für die Autobauerallianz Renault-Nissan zudem ein fünfjähriges Ämterverbot für die prominente konservative Politikerin.

Iranische Anwältin Nasrin Sotudeh erhält Vaclav-Havel-Preis für Menschenrechte

Als erste Iranerin ist die Anwältin Nasrin Sotudeh mit dem Vaclav-Havel-Preis für Menschenrechte ausgezeichnet worden. Sotudeh, die sich gegen die Todesstrafe und gegen den Kopftuchzwang für Frauen im Iran einsetzt, erhielt den Preis für ihr Engagement "trotz wiederholter Verhaftungen, langer Haftstrafen und erheblicher persönlicher Risiken", begründete der Europarat am Montag in Straßburg seine Entscheidung. Die 63-jährige Anwältin brachte in einer Videobotschaft ihre Hoffnung auf "Freiheit" im Iran zum Ausdruck.

Ungewissheit über US-Iran-Verhandlungen: Ölpreis steigt deutlich

Der Ölpreis klettert angesichts der Ungewissheit über einen Fortgang der Verhandlungen zwischen den USA und Iran über ein Ende des Krieges unvermindert weiter nach oben. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent legte bis Montag gegen Mittag um 4,1 Prozent auf 108,65 Dollar zu. Die US-Sorte WTI kostete gegen pro Barrel 96,31 Dollar - ein Plus von 4,2 Prozent. An den deutschen Tankstellen stieg der Benzinpreis übers Wochenende leicht an, der Dieselpreis sank minimal.

Startups in Deutschland sammeln in diesem Jahr deutlich mehr Investitionen ein

Mehr Geld für Startups in Deutschland: Junge Unternehmen haben in diesem Jahr bereits deutlich mehr Investitionen eingeworben als im Vorjahr. Bis September seien acht Milliarden Euro geflossen und damit schon jetzt 500 Millionen Euro mehr als 2025, teilte der Startup-Verband am Montag mit. "Das zeigt, was in Deutschland möglich ist", erklärte Vorstandsvorsitzende Verena Pausder. "Beim Wachstumskapital und vor allem bei großen Runden hängen wir international aber immer noch hinterher."

Textgröße ändern: