Deutsche Tageszeitung - Staat hat 2022 weniger für Arbeitslosengeld I ausgegeben und mehr für Renten

Staat hat 2022 weniger für Arbeitslosengeld I ausgegeben und mehr für Renten


Staat hat 2022 weniger für Arbeitslosengeld I ausgegeben und mehr für Renten
Staat hat 2022 weniger für Arbeitslosengeld I ausgegeben und mehr für Renten / Foto: © AFP/Archiv

Der Staat hat im vergangenen Jahr deutlich weniger für Arbeitslosengeld I und Kurzarbeitergeld ausgegeben als im Vorjahr. Die Ausgaben für Renten und Pensionen seien dagegen gestiegen, teilte das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden mit. Insgesamt seien die monetären Sozialleistungen - also die Geldleistungen - 2022 um 1,4 Prozent gegenüber 2021 gestiegen. Sachleistungen waren nicht Teil der Statistik.

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Der Anstieg war somit relativ moderat: Im Schnitt stiegen die staatlichen Ausgaben für monetäre Sozialleistungen laut Mitteilung seit 1991 jährlich um 3,1 Prozent. 2021 waren es noch 1,8 Prozent gewesen, 2020 zu Beginn der Coronapandemie 9,3 Prozent. Preisbereinigt kamen die Statistiker für 2022 sogar auf einen Rückgang der monetären Sozialleistungen, weil der Verbraucherpreisindex um 6,9 Prozent und damit stärker anstieg.

Auch die Ausgaben des Staats insgesamt wuchsen der Mitteilung zufolge stärker als die Sozialleistungen. Deren Anteil an den Staatsausgaben fiel damit um einen Prozentpunkt auf 16 Prozent. Unter Staat fallen dabei Bund, Länder, Gemeinden und Sozialversicherungen.

Wegen der deutlichen Erholung am Arbeitsmarkt sei weniger für Arbeitslosengeld I ausgegeben worden als noch 2021, erklärten die Statistiker. Sie verzeichneten ein Minus von 14,8 Prozent. Die Ausgaben für Kurzarbeitergeld sanken sogar um fast 80 Prozent. Für Arbeitslosengeld II - inzwischen vom Bürgergeld ersetzt - seien infolge des Zuzugs von Schutzsuchenden aus der Ukraine dagegen 2,4 Prozent mehr ausgegeben worden.

Die öffentlichen Pensionen stiegen um 4,4 Prozent, die Geldleistungen der Deutschen Rentenversicherungen um 3,9 Prozent. Das liege vor allem an der Rentenanpassung zum Juli 2022, teilte das Statistikamt mit. Beim Krankengeld wurde ein Plus von 7,3 Prozent verzeichnet, ebenso beim Pflegegeld.

Sehr viel mehr gab der Staat für Wohngeld aus. Auch wegen der Heizkostenzuschüsse in den Entlastungspaketen seien diese Ausgaben um 28,3 Prozent gestiegen, hieß es. Weniger wurde dagegen für Kindergeld ausgegeben, hier verzeichnete das Statistische Bundesamt ein Minus von 5,1 Prozent.

(N.Loginovsky--DTZ)

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