Deutsche Tageszeitung - Chinesische Tech-Konzerne Ant Group und Tencent zu hohen Strafen verdonnert

Chinesische Tech-Konzerne Ant Group und Tencent zu hohen Strafen verdonnert


Chinesische Tech-Konzerne Ant Group und Tencent zu hohen Strafen verdonnert
Chinesische Tech-Konzerne Ant Group und Tencent zu hohen Strafen verdonnert / Foto: © AFP

In China sind zwei große Zahlungsdienstleister zu hohen Strafzahlungen verdonnert worden. Die Ant Group, Mutterkonzern des Zahlungsdienstleisters Alipay, soll wegen "illegaler Handlungen" umgerechnet mehr als 900 Millionen Euro zahlen, wie die Börsenaufsicht am Freitag mitteilte. Tencent, Mutterkonzern von Zahlungsdienstleistern wie WeChat Pay oder Tenpay, muss demnach umgerechnet knapp 380 Millionen Euro zahlen.

Textgröße ändern:

Die chinesische Regierung hat schon seit 2020 die gesamte Tech-Branche mit immer neuen Regeln, Strafzahlungen und auch Einschüchterungen enger an die Leine gelegt. Die Ant Group, der Finanzarm von Alibaba, war Ende 2020 das erste große Onlineunternehmen, gegen das die Behörden vorgingen, indem sie kurzfristig den geplanten Börsengang untersagten.

Alibaba-Gründer Jack Ma hatte zuvor öffentlich die Finanzregulierungsbehörden kritisiert. Der Konzern Alibaba wurde einen Monat später wegen Behinderung des Wettbewerbs zu umgerechnet 2,3 Milliarden Euro Strafe verurteilt.

Der Zahlungsdienstleister Alipay ist mit hunderten Millionen Kundinnen und Kunden vor allem in China der größte Online-Zahlungsdienstleister weltweit. Das Unternehmen bot schrittweise immer mehr Leistungen wie etwa Kredite und Versicherungen an, nicht nur für Privatleute, sondern auch für kleine Unternehmen, die es bei den staatlichen Banken in China schwer haben. Die Regierung will aber die private Verschuldung begrenzen und die Kontrolle über die Kreditvergabe behalten.

Der Aktienkurs von Alibaba stieg am Freitag nach Bekanntwerden der Millionenstrafe: Die Anleger erwarten, dass die Behörden nach der Zahlung nun Ruhe geben werden. Die Ant Group erklärte, sie akzeptiere die Strafzahlung.

(L.Møller--DTZ)

Empfohlen

Tausende demonstrieren nach Zwangsräumung von 87-Jähriger in Madrid

Wenige Tage nach der Zwangsräumung einer 87-Jährigen in Madrid haben tausende Menschen in der spanischen Hauptstadt für bezahlbaren Wohnraum und mehr Mieterschutz demonstriert. Bilder davon, wie Maricarmen Abascal am Mittwoch auf einer Trage aus ihrer Wohnung geholt wurde, haben die Debatte um bezahlbaren Wohnraum in Spanien neu entfacht. "Du könntest die nächste Maricarmen sein" und "Keine einzige Maricarmen mehr", hieß es auf Bannern bei der Demonstration am Samstag.

Französischer Atomreaktor Flamanville für Arbeiten ein Jahr vom Netz

Zum Austausch eines defekten Reaktordeckels hat der Stromkonzern EDF den Druckwasser-Atomreaktor im französischen Flamanville am Samstag für knapp ein Jahr vom Netz genommen. Es ist zugleich der Beginn einer größeren Routinekontrolle des Ende 2024 in Betrieb genommenen Reaktors, wie EDF mitteilte.

KI: China "respektiert" Trumps Wortwahl "Superintelligenz"

Die chinesische Regierung "respektiert" nach eigenen Angaben die Wortwahl von US-Präsident Donald Trump, der statt "Künstlicher Intelligenz" künftig den Ausdruck "Superintelligenz" verwenden will. Peking messe der Übernahme des Begriffs durch Trump "Bedeutung bei", erklärte das chinesische Außenministerium am Samstag. Alle Parteien sollten im KI-Bereich den "Austausch verstärken" und "nach einem Konsens suchen".

Verkehrsminister Bilger unzufrieden mit Sanierungstempo der Bahn

Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) ist unzufrieden mit dem Sanierungstempo der Bahn. "Mit der bisherigen Umsetzung der Korridorsanierungen – dem Modernisieren von Gleisen, Weichen, Bahn- und Sicherheitstechnik – bin ich überhaupt nicht zufrieden", sagte Bilger dem "Spiegel". "Man kann niemandem erklären, warum Pendlerstrecken so lange gesperrt werden und die Situation danach noch immer nicht besser ist."

Textgröße ändern: