Deutsche Tageszeitung - OECD erwartet erhebliche Einflüsse Künstlicher Intelligenz auf den Arbeitsmarkt

OECD erwartet erhebliche Einflüsse Künstlicher Intelligenz auf den Arbeitsmarkt


OECD erwartet erhebliche Einflüsse Künstlicher Intelligenz auf den Arbeitsmarkt
OECD erwartet erhebliche Einflüsse Künstlicher Intelligenz auf den Arbeitsmarkt / Foto: © AFP/Archiv

Künstliche Intelligenz (KI) wird nach Ansicht der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) voraussichtlich erhebliche Auswirkungen auf den weltweiten Arbeitsmarkt haben. Der Einsatz von KI in der Arbeitswelt sei mit Unsicherheiten behaftet und mache entschlossene politische Maßnahmen notwendig, heißt es in einer am Dienstag veröffentlichen OECD-Studie zum Arbeitsmarkt. Aktuell ist die KI-Nutzung demnach aber noch relativ schwach verbreitet.

Textgröße ändern:

"KI scheint sich in mehrfacher Hinsicht von früheren Veränderungen auf dem Gebiet der digitalen Technologien zu unterscheiden", erklärte die OECD. Nahezu jeder Sektor und Beruf sei davon betroffen. Das Spektrum automatisierbarer Aufgaben werde über routinemäßige und nicht-kognitive Fähigkeiten hinaus erweitert und "das Tempo der Entwicklung ist beispiellos". Zwar gebe es aktuell kaum Beispiele für negative Beschäftigungseffekte durch Künstliche Intelligenz, diese könnten sich aber später einstellen.

Derzeit werde die Qualität der Arbeit durch KI weltweit stärker beeinflusst als die Quantität: "Angaben von Beschäftigten und Arbeitgebern zufolge kann KI monotone und gefährliche Aufgaben reduzieren", erklärten die Forschenden. Jedoch gebe es auch hier Risiken: Durch die Automatisierung einfacher Aufgaben könne sich die Arbeitsintensität und der Leistungsdruck erhöhen.

Wegen dieser Risiken und der rasanten Entwicklung, sei ein entschlossenes Handeln der Politik erforderlich, insbesondere hinsichtlich der Arbeitsrechte. Etwa stehe zur Debatte, ob bestehende Rechtsvorschriften im Hinblick auf Gleichbehandlung, Datenschutz und Ähnlihches wegen des verbreiteten Einsatzes von KI angepasst werden müssen. "Die meisten OECD-Länder haben nationale KI-Strategien erarbeitet, die oft zwar generell die Bedeutung von Kompetenzen unterstreichen, aber nicht immer konkrete Qualifizierungsmaßnahmen vorschlagen", erklärte die Organisation.

Zudem zeige die Studie, dass Arbeitgeber vor der Einführung von KI-Prozessen mit ihren Beschäftigten sprechen sollten. Neue Untersuchungen deuteten darauf hin, "dass die Mitsprache der Beschäftigten einen positiven Einfluss auf die Arbeitsbedingungen und die Leistung hat", erklärte die OECD.

(P.Vasilyevsky--DTZ)

Empfohlen

Tausende demonstrieren nach Zwangsräumung von 87-Jähriger in Madrid

Wenige Tage nach der Zwangsräumung einer 87-Jährigen in Madrid haben tausende Menschen in der spanischen Hauptstadt für bezahlbaren Wohnraum und mehr Mieterschutz demonstriert. Bilder davon, wie Maricarmen Abascal am Mittwoch auf einer Trage aus ihrer Wohnung geholt wurde, haben die Debatte um bezahlbaren Wohnraum in Spanien neu entfacht. "Du könntest die nächste Maricarmen sein" und "Keine einzige Maricarmen mehr", hieß es auf Bannern bei der Demonstration am Samstag.

Französischer Atomreaktor Flamanville für Arbeiten ein Jahr vom Netz

Zum Austausch eines defekten Reaktordeckels hat der Stromkonzern EDF den Druckwasser-Atomreaktor im französischen Flamanville am Samstag für knapp ein Jahr vom Netz genommen. Es ist zugleich der Beginn einer größeren Routinekontrolle des Ende 2024 in Betrieb genommenen Reaktors, wie EDF mitteilte.

KI: China "respektiert" Trumps Wortwahl "Superintelligenz"

Die chinesische Regierung "respektiert" nach eigenen Angaben die Wortwahl von US-Präsident Donald Trump, der statt "Künstlicher Intelligenz" künftig den Ausdruck "Superintelligenz" verwenden will. Peking messe der Übernahme des Begriffs durch Trump "Bedeutung bei", erklärte das chinesische Außenministerium am Samstag. Alle Parteien sollten im KI-Bereich den "Austausch verstärken" und "nach einem Konsens suchen".

Verkehrsminister Bilger unzufrieden mit Sanierungstempo der Bahn

Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) ist unzufrieden mit dem Sanierungstempo der Bahn. "Mit der bisherigen Umsetzung der Korridorsanierungen – dem Modernisieren von Gleisen, Weichen, Bahn- und Sicherheitstechnik – bin ich überhaupt nicht zufrieden", sagte Bilger dem "Spiegel". "Man kann niemandem erklären, warum Pendlerstrecken so lange gesperrt werden und die Situation danach noch immer nicht besser ist."

Textgröße ändern: