Deutsche Tageszeitung - 1&1 darf eigenes Netz weiter das "modernste Europas" nennen

1&1 darf eigenes Netz weiter das "modernste Europas" nennen


1&1 darf eigenes Netz weiter das "modernste Europas" nennen
1&1 darf eigenes Netz weiter das "modernste Europas" nennen / Foto: © Getty/AFP/Archiv

Der Telekommunikationsanbieter 1&1 darf sein Netz weiterhin als modernstes Europas bezeichnen. Das Oberlandesgericht Koblenz wies am Dienstag einen Antrag der Deutschen Telekom rechtskräftig ab, diese Vermarktung verbieten zu lassen. Das Produkt "5G für zu Hause" darf 1&1 dagegen nicht mehr wie bisher bewerben. Das "Handelsblatt" hatte zuerst berichtet.

Textgröße ändern:

1&1 setzt nach eigenen Angaben als erster und einziger Netzbetreiber vollständig auf die sogenannte Open-RAN-Technologie. Diese Technik ermöglicht es unter anderem, Soft- und Hardware verschiedener Anbieter miteinander zu kombinieren, während andere Netzbetreiber meist auf Produkte setzen, die von einem Zulieferer kommen. "Dass die Open-RAN-Technologie voll funktionsfähig ist", habe 1&1 gezeigt, erklärte Unternehmenschef Ralph Dommermuth. Das Urteil des Gerichts bestätige das.

In einem anderen Punkt stimmte das Gericht hingegen einem Antrag der Telekom zu. Das Produkt "5G für zu Hause" dürfe nicht mehr in der bisherigen Form beworben werden, erklärte eine Gerichtssprecherin gegenüber der Nachrichtenagentur AFP. Hier ging es um den werblichen Zusatz "kein DSL- oder Kabelanschluss notwendig" und "einfach sofort lossurfen".

Dieser Punkt sei inzwischen aber ohnehin hinfällig, erklärte 1&1 auf AFP-Nachfrage. Die Argumentation bezog sich demnach auf "herkömmliche Sprachdienste", die 1&1 zunächst nicht anbot, mittlerweile aber für das Angebot nachrüstete, so das Unternehmen.

1&1 möchte sich als vierter Netzbetreiber in Deutschland etablieren, hinkt beim Ausbau von Mobilfunkmasten aber deutlich hinterher. Die Firma mit Sitz in Montabaur macht dafür die Vodafone-Tochter Vantage Towers verantwortlich, die den Ausbau behindern würde. Das Bundeskartellamt prüft derzeit eine Beschwerde.

(N.Loginovsky--DTZ)

Empfohlen

Tausende demonstrieren nach Zwangsräumung von 87-Jähriger in Madrid

Wenige Tage nach der Zwangsräumung einer 87-Jährigen in Madrid haben tausende Menschen in der spanischen Hauptstadt für bezahlbaren Wohnraum und mehr Mieterschutz demonstriert. Bilder davon, wie Maricarmen Abascal am Mittwoch auf einer Trage aus ihrer Wohnung geholt wurde, haben die Debatte um bezahlbaren Wohnraum in Spanien neu entfacht. "Du könntest die nächste Maricarmen sein" und "Keine einzige Maricarmen mehr", hieß es auf Bannern bei der Demonstration am Samstag.

Französischer Atomreaktor Flamanville für Arbeiten ein Jahr vom Netz

Zum Austausch eines defekten Reaktordeckels hat der Stromkonzern EDF den Druckwasser-Atomreaktor im französischen Flamanville am Samstag für knapp ein Jahr vom Netz genommen. Es ist zugleich der Beginn einer größeren Routinekontrolle des Ende 2024 in Betrieb genommenen Reaktors, wie EDF mitteilte.

KI: China "respektiert" Trumps Wortwahl "Superintelligenz"

Die chinesische Regierung "respektiert" nach eigenen Angaben die Wortwahl von US-Präsident Donald Trump, der statt "Künstlicher Intelligenz" künftig den Ausdruck "Superintelligenz" verwenden will. Peking messe der Übernahme des Begriffs durch Trump "Bedeutung bei", erklärte das chinesische Außenministerium am Samstag. Alle Parteien sollten im KI-Bereich den "Austausch verstärken" und "nach einem Konsens suchen".

Verkehrsminister Bilger unzufrieden mit Sanierungstempo der Bahn

Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) ist unzufrieden mit dem Sanierungstempo der Bahn. "Mit der bisherigen Umsetzung der Korridorsanierungen – dem Modernisieren von Gleisen, Weichen, Bahn- und Sicherheitstechnik – bin ich überhaupt nicht zufrieden", sagte Bilger dem "Spiegel". "Man kann niemandem erklären, warum Pendlerstrecken so lange gesperrt werden und die Situation danach noch immer nicht besser ist."

Textgröße ändern: