Deutsche Tageszeitung - EU will hormonverändernde Stoffe in Spielzeug verbieten

EU will hormonverändernde Stoffe in Spielzeug verbieten


EU will hormonverändernde Stoffe in Spielzeug verbieten
EU will hormonverändernde Stoffe in Spielzeug verbieten / Foto: © Getty Images North America/AFP

Die EU-Kommission in Brüssel will hormonverändernde Stoffe, sogenannte endokrine Disruptoren, in Spielzeug verbieten. Sie schlug am Freitag daher striktere Vorschriften für Spielzeug für Kinder unter 14 Jahren vor, das in der EU verkauft wird, egal, wo es hergestellt wurde. Dazu soll ein digitaler Produktpass eingeführt werden, den jeder Importeur von Spielzeug, auch wenn es online verkauft wird, vorlegen muss.

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Spielzeug, das in der EU verkauft wird, gehöre bereits "zu den sichersten Produkten dieser Art weltweit", erklärte die EU. Die geplanten Vorschriften sollen "weitere Verbesserungen für den Schutz vor schädlichen Chemikalien bringen". Ihr Vorschlag ziele auf Chemikalien ab, die für Kinder besonders schädlich seien.

Endokrine Disruptoren sind für den Hormonhaushalt von Mensch und Tier schädliche Stoffe. Sie sind besonders in Pestiziden und Pflanzenschutzmitteln, aber auch in Spielzeug, Kosmetika und Lebensmittelverpackungen zu finden. Seit über 20 Jahren weisen Forscher auf einen Anstieg mutmaßlich hormonbezogener Störungen wie etwa verschlechterter Spermienqualität hin, die eventuell mit diesen Stoffen in Verbindung stehen.

Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) hatte erst am Montag kritisiert, dass immer mehr gesundheitsschädliches Spielzeug auf den Markt kommt - vor allem über den Onlinehandel. Dabei geht es um Spielzeug vor allem aus China, das in der EU auch nach den bisherigen Regeln schon verboten ist. Die Spielwaren sind demnach mit Weichmachern oder anderen krebserregenden Stoffen belastet.

Der BUND empfiehlt Verbraucherinnen und Verbrauchern, auf Plastikprodukte wenn möglich zu verzichten. Besonders viele der gesundheitsschädlichen Stoffe seien aus PVC hergestellt. Zudem forderte die Organisation eine bessere Kontrolle und höhere Strafen.

(O.Tatarinov--DTZ)

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