Deutsche Tageszeitung - Zahl von Kindeswohlgefährdungen erreicht neuen Höchststand

Zahl von Kindeswohlgefährdungen erreicht neuen Höchststand


Zahl von Kindeswohlgefährdungen erreicht neuen Höchststand
Zahl von Kindeswohlgefährdungen erreicht neuen Höchststand / Foto: © AFP/Archiv

Die Zahl der Kindeswohlgefährdungen in Deutschland ist 2022 um vier Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Die Jugendämter hätten bei fast 62.300 Kindern oder Jugendlichen eine solche Gefährdung festgestellt, teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Mittwoch mit. Das sei ein neuer Höchststand. Dabei ginge es um Vernachlässigung, psychische, körperliche oder sexuelle Gewalt.

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Die Fallzahlen sind den Statistikern zufolge schon in den Jahren 2012 bis 2022 um rund 24.000 Fälle gestiegen. Zwischen 2017 und dem ersten Corona-Jahr 2020 seien es sogar jährlich neun bis zehn Prozent mehr Fälle gewesen, 2021 sei die Zahl vorübergehend leicht gesunken.

In 59 Prozent der Fälle fanden die Behörden Anzeichen von Vernachlässigung. Bei mehr als einem Drittel gab es Hinweise auf psychische Misshandlung und in 27 Prozent der Fälle Indizien für körperliche Misshandlung. Bei fünf Prozent gab es Anzeichen für sexuelle Gewalt. In einem Fünftel der Fälle seien die Kinder oder Jugendlichen mehreren dieser Gefahren ausgesetzt gewesen.

Vier von fünf gefährdeten Kindern waren demnach jünger als 14 Jahre, 47 Prozent sogar jünger als acht. Bis zum Alter von elf Jahren seien Jungen häufiger betroffen, danach Mädchen.

(A.Nikiforov--DTZ)

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