Deutsche Tageszeitung - Bundesgerichtshof beendet jahrelangen Nachbarschaftsstreit über Öffnen von Hoftor

Bundesgerichtshof beendet jahrelangen Nachbarschaftsstreit über Öffnen von Hoftor


Bundesgerichtshof beendet jahrelangen Nachbarschaftsstreit über Öffnen von Hoftor
Bundesgerichtshof beendet jahrelangen Nachbarschaftsstreit über Öffnen von Hoftor / Foto: © AFP/Archiv

Der Bundesgerichtshof (BGH) hat den Eigentümern einer Wohnung das Recht zugesprochen, das Hoftor des Grundstücks öffnen und schließen zu dürfen. Dazu könne entweder das aktuelle Schloss ausgetauscht werden oder den Klägern könnten passende Schlüssel gegeben werden, erklärte der BGH am Dienstag in Karlsruhe. Mit der Entscheidung endet ein mehr als neun Jahre dauernder Rechtsstreit. (Az. V ZR 158/22)

Textgröße ändern:

Die Kläger bilden zusammen mit einem Ehepaar eine Wohnungseigentümergemeinschaft. Ihnen gehört eine der Wohnungen, dem Ehepaar die andere Wohnung und Geschäftsräume in dem Haus. Das Ehepaar hielt das Hoftor zur Straße hin verschlossen.

Im Juni 2014 erstritten die Kläger vor dem Amtsgericht Düsseldorf, dass die Eheleute ihnen zwei Schlüssel für das Tor zur Verfügung stellen müssten, so dass sie über den Hof ihren Stellplatz und den Gemeinschaftsgarten erreichen konnten. Falls sie das nicht innerhalb von vier Wochen taten, sollten sie 7500 Euro zahlen. Tatsächlich ließ das Ehepaar die Frist verstreichen und zahlte lieber, als die Schlüssel zu übergeben.

In einer Eigentümerversammlung 2020 beantragten die Kläger, das Schloss auszuwechseln und die Schlüssel aufzuteilen. Das wurde abgelehnt, woraufhin sie erneut vor Gericht zogen. Sie wollten erreichen, dass der Beschluss der Eigentümergemeinschaft für ungültig erklärt wird oder dass ihnen das Aufschließen des Tors möglich gemacht werde.

Amtsgericht und Landgericht der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt wiesen ihre Klage aber ab, da das Ehepaar die 7500 Euro bezahlt habe. Daraufhin wandten sich die Kläger an den BGH, der ihnen nun teilweise recht gab.

Zwar wurde der Beschluss der Eigentümergemeinschaft gegen den Austausch des Schlosses nicht für ungültig erklärt. Doch müssen die Kläger die Möglichkeit bekommen, das Tor zu öffnen und zu schließen - ob durch ein neues Schloss oder nur durch das Weitergeben von Schlüsseln, entscheiden die Eigentümer selbst.

(V.Sørensen--DTZ)

Empfohlen

Tausende demonstrieren nach Zwangsräumung von 87-Jähriger in Madrid

Wenige Tage nach der Zwangsräumung einer 87-Jährigen in Madrid haben tausende Menschen in der spanischen Hauptstadt für bezahlbaren Wohnraum und mehr Mieterschutz demonstriert. Bilder davon, wie Maricarmen Abascal am Mittwoch auf einer Trage aus ihrer Wohnung geholt wurde, haben die Debatte um bezahlbaren Wohnraum in Spanien neu entfacht. "Du könntest die nächste Maricarmen sein" und "Keine einzige Maricarmen mehr", hieß es auf Bannern bei der Demonstration am Samstag.

Französischer Atomreaktor Flamanville für Arbeiten ein Jahr vom Netz

Zum Austausch eines defekten Reaktordeckels hat der Stromkonzern EDF den Druckwasser-Atomreaktor im französischen Flamanville am Samstag für knapp ein Jahr vom Netz genommen. Es ist zugleich der Beginn einer größeren Routinekontrolle des Ende 2024 in Betrieb genommenen Reaktors, wie EDF mitteilte.

KI: China "respektiert" Trumps Wortwahl "Superintelligenz"

Die chinesische Regierung "respektiert" nach eigenen Angaben die Wortwahl von US-Präsident Donald Trump, der statt "Künstlicher Intelligenz" künftig den Ausdruck "Superintelligenz" verwenden will. Peking messe der Übernahme des Begriffs durch Trump "Bedeutung bei", erklärte das chinesische Außenministerium am Samstag. Alle Parteien sollten im KI-Bereich den "Austausch verstärken" und "nach einem Konsens suchen".

Verkehrsminister Bilger unzufrieden mit Sanierungstempo der Bahn

Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) ist unzufrieden mit dem Sanierungstempo der Bahn. "Mit der bisherigen Umsetzung der Korridorsanierungen – dem Modernisieren von Gleisen, Weichen, Bahn- und Sicherheitstechnik – bin ich überhaupt nicht zufrieden", sagte Bilger dem "Spiegel". "Man kann niemandem erklären, warum Pendlerstrecken so lange gesperrt werden und die Situation danach noch immer nicht besser ist."

Textgröße ändern: