Deutsche Tageszeitung - Verbände fordern Festhalten an ambitioniertem Klimaschutz bei Gebäuden in der EU

Verbände fordern Festhalten an ambitioniertem Klimaschutz bei Gebäuden in der EU


Verbände fordern Festhalten an ambitioniertem Klimaschutz bei Gebäuden in der EU
Verbände fordern Festhalten an ambitioniertem Klimaschutz bei Gebäuden in der EU / Foto: © AFP

Mehrere Umweltorganisationen und Sozialverbände haben die Bundesregierung aufgefordert, sich auf EU-Ebene weiter für verpflichtende Sanierungen bei Gebäuden einzusetzen, die bei der Energieeffizienz schlecht abschneiden. "Wir brauchen einen ambitionierten Klimaschutz, der für jeden bezahlbar sein muss", sagte Thomas Engelke vom Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) am Donnerstag der Nachrichtenagentur AFP. Die EU verhandelt derzeit über eine neue Gebäuderichtlinie.

Textgröße ändern:

Der Vorschlag der EU-Kommission, der gerade in Trilog-Verhandlungen mit dem Rat und dem Parlament beraten wird, sieht vor, dass die aktuell energetisch schlechtesten Gebäude bis zu einem bestimmten Zeitpunkt verbindlich saniert werden müssen. So sollen etwa Gebäude aus den untersten Energieeffizienzklassen G oder H bis 2030 in die jeweils höhere Klasse aufsteigen. Die Maßnahmen sollen mit Förderungen, insbesondere für Menschen mit geringerem Einkommen, einhergehen.

Die Bundesregierung hat sich bisher für diese sogenannten Mindesteffizienzstandards (MEPS) in der Gebäuderichtlinie eingesetzt. Der Vorschlag der EU-Kommission sei ein grundsätzliche wichtiges und entscheidendes Instrument zur Erreichung der Klimaziele, heißt es im Gebäude-Sofortprogramm des Bundesbauministeriums und des Wirtschaftsministeriums.

Die Verbände wie der Deutsche Naturschutzring, der Sozialverband VdK oder die Deutsche Umwelthilfe befürchten jetzt allerdings, dass die Regierung ihre Position "deutlich aufweichen" könnte. Eine Kehrtwende der Bundesregierung von ihrer bisherigen Unterstützung EU-weiter MEPS in Verbindung mit wirksamen sozialen Schutzmaßnahmen könnte sich europaweit blockierend auf den Schutz des Klimas und von Haushalten mit niedrigem Einkommen auswirken, kritisierten die Verbände am Donnerstag.

Die FDP-Parteispitze hatte im Juli EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen aufgefordert, die Pläne zur EU-Gebäuderichtlinie zurückzuziehen. Und auch Bauministerin Klara Geywitz (SPD) erklärte, dass sie eine "allgemeine Sanierungspflicht per Gesetz" ablehne. Eine Änderung der deutschen Position zu diesem Zeitpunkt wäre nach Ansicht der Verbände allerdings "alarmierend".

Der EU-Gebäudesektor ist ihren Angaben zufolge für 40 Prozent des EU-Energieverbrauchs und 36 Prozent der Treibhausgasemissionen verantwortlich. "Ohne klare, rechtliche Vorgaben für die energetische Sanierung würden europaweit die Haushalte mit niedrigem Einkommen schutzlos bleiben gegenüber steigenden Wohn- und Energiekosten", warnten die Sozialverbände.

(I.Beryonev--DTZ)

Empfohlen

KI: China "respektiert" Trumps Wortwahl "Superintelligenz"

Die chinesische Regierung "respektiert" nach eigenen Angaben die Wortwahl von US-Präsident Donald Trump, der statt "Künstlicher Intelligenz" künftig den Ausdruck "Superintelligenz" verwenden will. Peking messe der Übernahme des Begriffs durch Trump "Bedeutung bei", erklärte das chinesische Außenministerium am Samstag. Alle Parteien sollten im KI-Bereich den "Austausch verstärken" und "nach einem Konsens suchen".

Verkehrsminister Bilger unzufrieden mit Sanierungstempo der Bahn

Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) ist unzufrieden mit dem Sanierungstempo der Bahn. "Mit der bisherigen Umsetzung der Korridorsanierungen – dem Modernisieren von Gleisen, Weichen, Bahn- und Sicherheitstechnik – bin ich überhaupt nicht zufrieden", sagte Bilger dem "Spiegel". "Man kann niemandem erklären, warum Pendlerstrecken so lange gesperrt werden und die Situation danach noch immer nicht besser ist."

Social-Media-Sucht: Tiktok wendet Prozess in USA durch millionenschweren Vergleich ab

Die Videoplattform Tiktok hat mit einem Vergleich einen für Montag angesetzten Prozess im US-Bundesstaat Alabama wegen mutmaßlich mangelhaften Schutzes Minderjähriger vor Social-Media-Sucht abgewendet. Wie Generalstaatsanwalt Steve Marshall am Freitag (Ortszeit) mitteilte, soll das Unternehmen im Rahmen der Einigung mindestens 100 Millionen Dollar (umgerechnet 88 Millionen Euro) zahlen und die tägliche Nutzungszeit für junge Nutzer auf zwei Stunden begrenzen.

OpenAI: Von Nutzern hochgeladene Bilder landen irrtümlich auf externen Internetseiten

KI-Agenten des ChatGPT-Entwicklers OpenAI haben nach Angaben des Unternehmens 53 Bilder aus Nutzerkonten irrtümlich ins Netz gestellt. Die Bilder seien ohne Wissen des Unternehmens auf externen Internetseiten veröffentlicht worden, teilte OpenAI am Freitag mit. Die Links seien nicht öffentlich aufgelistet gewesen.

Textgröße ändern: