Deutsche Tageszeitung - Frankreich will Thermostate und Dienstfahrräder subventionieren

Frankreich will Thermostate und Dienstfahrräder subventionieren


Frankreich will Thermostate und Dienstfahrräder subventionieren
Frankreich will Thermostate und Dienstfahrräder subventionieren / Foto: © AFP/Archiv

Mit Blick auf die Energieversorgung im kommenden Winter will Frankreich Thermostate und Dienstfahrräder subventionieren. "Energiesparen soll zur Gewohnheit werden", sagte Energieministerin Agnès Pannier-Runacher in einem am Donnerstag veröffentlichten Interview mit mehreren Regionalzeitungen. Im vergangenen Jahr sei der Verbrauch von Gas und Strom in Frankreich um zwölf Prozent zurückgegangen.

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"Mein Ziel ist es, dabei zu bleiben und noch darüber hinauszugehen", sagte sie. "Hauptsache, der Verbrauch steigt nicht wieder an." Im vergangenen Jahr hatte die Regierung die 40 größten Börsenunternehmen aufgefordert, ihren Mitarbeitern zu ermöglichen, von zu Hause zu arbeiten und sie anzuhalten, nicht schneller als 110 Stundenkilometer zu fahren. Diese Kampagne - bei der es lediglich um freiwillige Verpflichtungen geht - solle nun auf die 120 größten Unternehmen des Landes ausgeweitet werden, sagte die Ministerin.

Für private Haushalte soll der Kauf programmierbarer Thermostate bis zu 80 Prozent subventioniert werden, sagte Pannier-Runacher. Diese könnten den Energieverbrauch um bis zu 15 Prozent reduzieren. Sie appellierte an die Baumärkte, den Kunden Komplettlösungen samt Installation anzubieten. Laut einer Studie des Netzbetreibers RTE wissen viele Menschen in Frankreich gar nicht, welche Temperatur ihre Wohnräume haben.

Die Regierung bereite außerdem einen Erlass vor, um die Beleuchtung von Schaufenstern einzuschränken. Künftig sollen Schaufenster nur noch eine Stunde vor dem Öffnen des Geschäfts und eine Stunde nach der Schließung beleuchtet werden dürfen. Auch die Nutzung von Fahrrädern soll weiter gefördert werden, etwa durch Steuervorteile für Unternehmen, die Dienstfahrräder zur Verfügung stellen.

In Frankreich war Strom wegen der zahlreichen Atomkraftwerke jahrelang deutlich günstiger als in anderen europäischen Ländern. Viele Wohnungen sind schlecht isoliert und werden relativ ineffizient mit Strom geheizt.

Im kommenden Jahr sind daher fünf Milliarden Euro eingeplant, um das Dämmen von Gebäuden zu fördern. Haushalte mit geringem Einkommen können bis zu 90 Prozent der Renovierungskosten finanziert bekommen, maximal sind es 70.000 Euro. Die Unterstützung beim Einbau von Wärmepumpen wurde von 1000 auf 2000 Euro angehoben.

(V.Korablyov--DTZ)

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