Deutsche Tageszeitung - Verivox: Erstmals positive Realzinsen beim Festgeld seit der Zinswende

Verivox: Erstmals positive Realzinsen beim Festgeld seit der Zinswende


Verivox: Erstmals positive Realzinsen beim Festgeld seit der Zinswende
Verivox: Erstmals positive Realzinsen beim Festgeld seit der Zinswende / Foto: © AFP/Archiv

Sparerinnen und Sparer können mit einem Festgeldkonto erstmals seit der Zinswende wieder Erträge oberhalb der Teuerung erzielen. Grund dafür sind vergleichsweise hohe Zinsen aufs Festgeld und eine gleichzeitig zurückgehende Inflationsrate, wie das Vergleichsportal Verivox am Donnerstag in Heidelberg mitteilte.

Textgröße ändern:

Der derzeitige Topanbieter am Markt bietet Kundinnen und Kunden laut Verivox bis zu 4,75 Prozent aufs Festgeld. Die Inflation in Deutschland liegt aktuell bei 4,5 Prozent.

"Für Sparer ist die Rückkehr positiver Realzinsen eine wichtige Zäsur", erklärte Oliver Maier, Chef des Finanzvergleichs von Verivox. Der durchschnittliche Realzins liege zwar immer noch im negativen Bereich, "aber zum ersten Mal seit Jahren ist es überhaupt wieder möglich, mit einer sicheren Festgeldanlage so hohe Erträge zu erzielen".

Die höchsten Zinssätze gibt es laut Verivox von Banken aus dem europäischen Ausland; Anlagesummen von bis zu 100.000 Euro sind EU-weit durch die gesetzliche Einlagensicherung geschützt. Banken mit deutschem Einlagenschutz zahlen demnach in der Spitze 4,15 Prozent.

Beim Tagesgeld profitieren viele Sparerinnen und Sparer dagegen weiterhin kaum: Bei 198 von 747 ausgewerteten Kreditinstituten mit Tagesgeldangebot erhielten die Kundinnen und Kunden maximal 0,25 Prozent, wie Verivox ermittelte. Einige Banken verzichten sogar immer noch komplett auf eine Verzinsung, obwohl der Einlagezins, bei dem die Banken selbst Geld bei der EZB anlegen können, derzeit bei 4,0 Prozent steht. Insbesondere viele Regionalbanken "geben die hohen Zinsen nicht an ihre Kundinnen und Kunden weiter", kritisierte Maier.

Für die Analyse wertete Verivox die Konditionen von rund 800 Banken und Sparkassen für eine Anlagesumme von 10.000 Euro aus. Berücksichtigt wurden sämtliche Kreditinstitute mit Tages- und Festgeldangeboten, die ihre Zinsen frei zugänglich auf ihrer Website veröffentlichten.

(T.W.Lukyanenko--DTZ)

Empfohlen

Deutsche Zentralbankerin Schnabel wechselt von EZB zum Internationalen Währungsfonds

Die deutsche Zentralbankerin Isabel Schnabel tritt von ihrem Posten im Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) zurück und übernimmt stattdessen eine zentrale Rolle beim Internationalen Währungsfonds (IWF). Schnabel habe EZB-Präsidentin Christine Lagarde mitgeteilt, dass sie "ihr Amt am 3. Januar 2027 niederlegen wird", erklärte die Zentralbank am Donnerstag. Zum 4. Januar wird demnach IWF-Chefin Kristalina Georgieva die Deutsche zur Leiterin der Abteilung für Geld- und Kapitalmärkte des Fonds ernennen.

Xi von Trump im Weißen Haus empfangen

US-Präsident Donald Trump hat den chinesischen Staatschef Xi Jinping mit militärischen Ehren am Weißen Haus empfangen. Trump und seine Ehefrau Melania begrüßten Xi und seine Ehefrau Peng Liyuan am Donnerstag zu den Klängen einer Militärkapelle. Anschließend schritten sie über einen roten Teppich ins Weiße Haus.

Berliner Polizei startet KI-gestützte Videoüberwachung

Besonders kriminalitätsbelastete Orte in Berlin sollen künftig mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz (KI) überwacht werden. Zunächst soll das System am Kottbusser Tor in Kreuzberg installiert werden, wie die Polizei am Donnerstag in der Hauptstadt mitteilte. Nach einer etwa vierwöchigen Konfigurationsphase werde der Testbetrieb des Pilotprojekts gestartet. Später folgten weitere kriminalitätsbelastete Orte in Kreuzberg, Friedrichshain und Mitte.

Allianz-Studie: Hitzewellen im Sommer 2026 kosten Deutschland 25 Milliarden Euro

Die Hitzewellen des vergangenen Sommers kommen die deutsche Wirtschaft teuer zu stehen: Laut einer Studie des Versicherungskonzerns Allianz und des Kreditversicherers Allianz Trade dürfte die Wirtschaftsleistung durch die Hitzewellen um rund 25 Milliarden Euro geschmälert werden. Grund sind demnach vor allem eine hitzebedingt geringere Arbeitsproduktivität, längere Pausen und Fehlzeiten sowie ein nur teilweiser Zugang zu Kühlung.

Textgröße ändern: