Deutsche Tageszeitung - Studie: Bio-Lebensmittel deutlich weniger von Inflation betroffen

Studie: Bio-Lebensmittel deutlich weniger von Inflation betroffen


Studie: Bio-Lebensmittel deutlich weniger von Inflation betroffen
Studie: Bio-Lebensmittel deutlich weniger von Inflation betroffen / Foto: © AFP

Die Preise für Bio-Lebensmittel sind seit dem russischen Angriff auf die Ukraine und der hohen Inflation deutlich weniger stark gestiegen als für konventionell hergestellte Produkte. Bei Weizenmehl etwa stieg der Durchschnittspreis für konventionelle Marken fast drei Mal so stark wie bei Bio-Alternativen, wie aus einer am Dienstag vorgestellten Untersuchung des Kölner Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW) hervorgeht. Dennoch müssen Verbraucher für Bio weiterhin spürbar mehr bezahlen.

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Verglichen wurden die Preise für eine Reihe von Produkten im ersten Quartal 2022 mit denen im zweiten Quartal 2023. Besonders bei konventionell hergestellten Lebensmitteln ergaben sich oft massive Preissteigerungen: 76 Prozent bei Weizenmehl, 55 Prozent bei Joghurt, 33 Prozent bei Hackfleisch oder 27 Prozent bei Rapsöl.

Auch die Bio-Preise stiegen, aber deutliche moderater. Bei Bio-Weizenmehl betrug die Steigerung 27 Prozent, bei Joghurt 34 Prozent und bei Hackfleisch 20 Prozent - bei Rapsöl blieb der Preis unverändert. Die Forscher führen dies auf die regionale und kreislauforientierte Herstellung von Bio-Produkten zurück. Öko-Betriebe seien so "unabhängiger von den aktuellen Krisen", erklärten die IW-Forscher.

Öko-Landbau hat aber auch seinen Preis: "Eine artgerechte Tierhaltung, umweltschonende Anbaumethoden und Betriebskontrollen sorgen häufig für Mehrkosten", erklärte das IW. Und die Preisunterschiede sind trotz der Entwicklung seit vergangenem Frühjahr weiterhin teils groß. Der Bio-Aufpreis für Joghurt etwa beträgt 40 Prozent, für Weizenmehl 20 Prozent und für Geflügelsalami 220 Prozent.

Auch deshalb "handelt es sich bei Bio-Lebensmitteln nach wie vor um eine Marktnische", erklärten die Forscher. "Der Anteil von Bio-Produkten am gesamten Lebensmittelmarkt beträgt bisher nur sieben Prozent." Bislang werden elf Prozent der landwirtschaftlichen Fläche in Deutschland nach Bio-Kriterien bewirtschaftet. Die Bundesregierung strebt einen Anteil von 30 Prozent an.

(U.Beriyev--DTZ)

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