Deutsche Tageszeitung - Studie: Europa könnte mit neuen LNG-Importkapazitäten übers Ziel hinausschießen

Studie: Europa könnte mit neuen LNG-Importkapazitäten übers Ziel hinausschießen


Studie: Europa könnte mit neuen LNG-Importkapazitäten übers Ziel hinausschießen
Studie: Europa könnte mit neuen LNG-Importkapazitäten übers Ziel hinausschießen / Foto: © POOL/AFP

Europa droht einer Studie zufolge mit dem Ausbau der Infrastruktur für Flüssigerdgas (LNG) über das Ziel hinauszuschießen. Die auf Energiethemen spezialisierte US-Denkfabrik IEEFA geht in einer am Dienstag veröffentlichten Untersuchung davon aus, dass die Importkapazitäten den künftigen Bedarf an LNG bei weitem übersteigen werden. Auch die Bundesregierung treibt den Bau von LNG-Importterminals entschieden voran.

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Seit dem russischen Angriff auf die Ukraine sind laut IEEFA in Europa neue Terminals mit einer jährlichen Importkapazität von 36,5 Milliarden Kubikmeter in Betrieb genommen worden - zusätzlich zu schon bestehenden Anlagen. Weitere 106 Milliarden Kubikmeter sind bis 2030 vorgesehen. Die Menge an LNG, die per Tanker eingeführt, regasifiziert und in die Verteilnetze eingespeist werden kann, würde so auf bis zu 406 Milliarden Kubikmeter steigen.

Die Denkfabrik (Institute for Energy Economics and Financial Analysis - IEEFA) prognostiziert, dass die europäische LNG-Nachfrage "im Jahr 2030 nicht mehr als 150 Milliarden Kubikmeter betragen wird". Die potenzielle Lücke ungenutzter Importkapazitäten würde demnach fast 256 Milliarden Kubikmeter betragen.

Die Experten verweisen darauf, dass die EU-Staaten, Großbritannien und die Türkei zwischen Januar und September 2023 mit rund 125 Milliarden Kubikmeter zwar 68 Prozent mehr LNG eingeführt haben als im selben Zeitraum 2021. Im Vergleich zu 2022 lag der Anstieg jedoch nur bei etwa vier Prozent. Die Nachfrage sei in den Monaten nach dem russischen Angriff stark angestiegen, dann jedoch kaum noch.

Im laufenden Jahr sind laut IEEFA 19,5 Milliarden Kubikmeter an neuer Importkapazitäten in Betrieb genommen worden. Die tatsächlichen Einfuhren hätten jedoch nur um 4,8 Milliarden Kubikmeter zugelegt. "Zwischen Januar und September 2023 lag die durchschnittliche Auslastung der LNG-Importterminals in der EU bei 58 Prozent", erklärten die Experten.

In Deutschland sind seit Ende vergangenen Jahres drei schwimmende LNG-Terminals in Betrieb genommen worden. Zuvor verfügte Deutschland nur über Anbindungsleitungen an Terminals etwa in Belgien über Importkapazitäten für Flüssigerdgas. Zwei weitere schwimmende Terminals sind noch in Planung und es gibt Pläne für feste Terminals. Besonders die Anlage im Hafen Mukran auf Rügen ist heftig umstritten.

(M.Dylatov--DTZ)

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