Deutsche Tageszeitung - Fahrgastverband Pro Bahn pocht auf Beschluss zum Deutschlandticket

Fahrgastverband Pro Bahn pocht auf Beschluss zum Deutschlandticket


Fahrgastverband Pro Bahn pocht auf Beschluss zum Deutschlandticket
Fahrgastverband Pro Bahn pocht auf Beschluss zum Deutschlandticket / Foto: © AFP/Archiv

Vor dem Bund-Länder-Gipfel bei Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) pocht der Fahrgastverband Pro Bahn auf klare Beschlüsse zur Zukunft des Deutschlandtickets. "Man wird sich einigen müssen. Man kann das nicht zurücknehmen", sagte der Ehrenvorsitzende des Verbands, Karl-Peter Naumann, den Zeitungen der Funke Mediengruppe vom Montag. Die Erwartungshaltung der Nutzer sei groß, insbesondere in den Ballungsräumen.

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Nicht nur Beschlüsse über die weitere Finanzierung des Deutschlandtickets seien notwendig, sondern eigentlich auch ein Gesamtkonzept für den Nah- und Regionalverkehr, sagte Naumann weiter. Mit einem bundesweit gültigen Ticket allein ließen sich die Probleme hier nicht lösen. Ein billiges, hoch subventioniertes Angebot nütze wenig, wenn es weiterhin an Investitionen ins System mangele.

Eine Preiserhöhung für das Ticket könnte unter Umständen vertretbar sein, sagte Naumann den Funke-Zeitungen. "Bei 59 Euro würden wir nichts sagen."

Caritas-Präsidentin Eva Maria Welskop-Deffaa dagegen mahnte am Montag, das Ticket dürfe 2024 nicht teurer werden. "Für Familien und Menschen mit geringen Einkommen sind 49 Euro schon abschreckend hoch." Sie appellierte an Bund und Länder, das "große Erfolgsprojekt zur Stärkung des Öffentlichen Personennahverkehrs" nicht am Streit über Finanzierungsanteile scheitern zu lassen.

Bund und Länder streiten um die Übernahme von Mehrkosten für das Ticket. Die Länder pochen auf eine hälftige Finanzierung ab dem kommenden Jahr. Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) weigert sich bisher, dafür Geld zur Verfügung zu stellen.

Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) betonte in der Sendung "Frühstart" von RTL und ntv, der Bund müsse sich bewegen. Sonst werde das Ticket teurer - "das ist so". Das Ticket sei ein Bundesprojekt, "der Bund wollte das haben - dann kann er nicht jetzt sich aus der Finanzierung stehlen", sagte Wüst weiter.

Auch der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) sagte bei RTL und ntv, es seien nicht die Länder gewesen, die sich das Angebot ausgedacht hätten. Diese hätten sich aber dennoch auf das 49-Euro-Ticket eingelassen. "Da müssen wir davon ausgehen können: Das ist und bleibt eine hälftige Aufgabe zwischen Bund und Ländern."

Studierendenvertreter und Jugendverbände forderten am Montag erneut ein "Bildungsticket für Schüler*innen, Azubis und Studierende, das deutlich günstiger als 49 Euro ist". Junge Menschen hätten meist ein geringeres Einkommen und seien auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen, heißt es in dem offenen Brief, der den Funke-Zeitungen vorlag.

Das Deutschlandticket war im Mai zum Preis von 49 Euro pro Monat eingeführt worden. Es erlaubt bundesweit die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel im Nah- und Regionalverkehr.

(U.Kabuchyn--DTZ)

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