Deutsche Tageszeitung - Arbeitgeber stoppen Tarifverhandlungen im Einzelhandel auf regionaler Ebene

Arbeitgeber stoppen Tarifverhandlungen im Einzelhandel auf regionaler Ebene


Arbeitgeber stoppen Tarifverhandlungen im Einzelhandel auf regionaler Ebene
Arbeitgeber stoppen Tarifverhandlungen im Einzelhandel auf regionaler Ebene / Foto: © AFP/Archiv

Nach sechs Monaten ergebnisloser Tarifverhandlungen für die Beschäftigten im Einzelhandel stoppt die Arbeitgeberseite die Gespräche auf regionaler Ebene. Die Arbeitgeberseite sehe "keinen Sinn mehr in weiteren Gesprächsterminen" mit den Landeskommissionen der Gewerkschaft Verdi, erklärte der Handelsverband Deutschland (HDE) am Montag. Er forderte "schnellstmöglich" ein Spitzengespräch mit Verdi auf Bundesebene.

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Ziel sei ein "neues effektives Verhandlungsformat". Sollte dort keine "schnelle Lösung" gelingen, erhalte die Arbeitgeberseite ihr letztes Angebot nicht weiter aufrecht, drohte der HDE.

Die Tarifverhandlungen im Handel werden regional geführt. Je nach Region wird zu verschiedenen Terminen verhandelt. Der HDE kritisierte, die Gewerkschaft Verdi habe bislang "in keinem einzigen Tarifgebiet ernsthaft mit uns verhandelt und auch bis heute keinen einzigen eigenen Lösungsvorschlag vorgebracht".

Daher müsse der HDE "jetzt Konsequenzen ziehen", erklärte HDE-Tarifgeschäftsführer Steven Haarke. "Nach rund 60 Verhandlungsterminen im letzten halben Jahr ist klar, dass wir eine neue Ebene mit unserem Sozialpartner finden müssen."

Die Gewerkschaft Verdi fordert im Einzelhandel 2,50 Euro mehr Lohn pro Stunde, mindestens aber 13,50 Euro pro Stunde. Die Laufzeit soll zwölf Monate betragen. Beschäftigte in den verschiedenen Regionen haben mehrfach gestreikt, Ende Oktober hatte Verdi auch bundesweit zu Arbeitsniederlegungen aufgerufen.

Die Arbeitgeberseite bietet laut HDE eine Anhebung der Löhne um "mindestens zehn Prozent in zwei Stufen" an sowie eine steuerfreie Inflationsausgleichsprämie von insgesamt 750 Euro. Die Laufzeit soll 24 Monate betragen. Damit sei die "Schmerzgrenze in der Branche maximal ausgereizt", erklärte Haarke.

Laut Rechnung von Verdi beträgt die Erhöhung für dieses Jahr im Schnitt 5,3 Prozent, für das kommende Jahr falle die Erhöhung "noch niedriger" aus. Die Gewerkschaft nennt dies als Antwort auf die steigenden Lebenshaltungskosten "völlig unzureichend". Sie wirft ihrerseits der Arbeitgeberseite vor, die Verhandlungen zu blockieren und nicht kompromissbereit zu sein.

(L.Svenson--DTZ)

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