Deutsche Tageszeitung - Bayer schreibt Quartalsverlust und kündigt Streichung von Führungsebenen an

Bayer schreibt Quartalsverlust und kündigt Streichung von Führungsebenen an


Bayer schreibt Quartalsverlust und kündigt Streichung von Führungsebenen an
Bayer schreibt Quartalsverlust und kündigt Streichung von Führungsebenen an / Foto: © AFP/Archiv

Der Pharma- und Chemiekonzern Bayer hat einen Milliardenverlust im dritten Quartal verzeichnet und eine strukturelle Neuaufstellung inklusive der Streichung von Management-Jobs angekündigt. Das Konzernergebnis belaufe sich auf minus 4,6 Milliarden Euro, erklärte das Unternehmen aus Leverkusen am Mittwoch. Der Verlust geht demnach maßgeblich auf Wertminderungen in der Agrarsparte zurück.

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"Wir sind mit unserer Performance in diesem Jahr nicht zufrieden", erklärte der Vorstandsvorsitzende Bill Anderson. "Fast 50 Milliarden Euro Umsatz, aber null Cashflow - das ist einfach nicht akzeptabel." Der Konzern werde deshalb nun "umgestaltet". Dafür werde die Belegschaft "erheblich" reduziert und bis Ende kommenden Jahres "mehrere Führungsebenen" gestrichen, um Koordinationsprozesse zu vereinfachen.

Außerdem sei ein neues Vergütungssystem für den Vorstand vorgesehen, das stärker an die langfristige Entwicklung des Aktienkurses gekoppelt sei, erklärte Anderson weiter. Künftig wolle sich Bayer "nur noch auf das konzentrieren, was für unsere Mission wesentlich ist - und von allem anderen befreien wir uns".

Die Probleme der Agrarsparte gehen vor allem auf Umsatz- und Preisrückgänge bei Herbiziden, hauptsächlich auf Basis von Glyphosat, zurück. Die Kunden hatten im vergangenen Jahr große Lagerbestände angelegt, um Engpässe zu überbrücken, als der Markt von Lieferproblemen betroffen war. Aktuell wird deshalb deutlich weniger gekauft. Der Preis für Glyphosat ist aufgrund der größeren Verfügbarkeit deutlich gesunken, nachdem er 2022 ein Rekordniveau erreicht hatte.

Die Sparte ist außerdem besonders von Kostensteigerungen im Zuge der Inflation betroffen und die juristischen Probleme des Konzerns rund um Glyphosat in den USA belasten den Ausblick. Kürzlich war Bayer dort erneut zu einer Millionenzahlung verurteilt worden, gegen die der Konzern in Berufung gehen will.

Investoren dringen seit mehreren Monaten auf eine Aufspaltung von Bayer in mindestens zwei Teile, das Agrargeschäft und das Gesundheitsgeschäft, um diese Schwierigkeiten einzudämmen. Anderson erklärte nun, dass diese Möglichkeit weiter geprüft werde. Das Unternehmen gleichzeitig in drei Teile aufzuspalten, sei aber mittlerweile ausgeschlossen worden.

(V.Varonivska--DTZ)

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